Es gibt keinen Müll. Es gibt Dinge. DINGE kann man nicht zählen, zusammenzählen, aufzählen; unaufhörlich teilen sie sich, vermehren sich. Dinge kann man nicht benennen; sie stehen über der Sprache, die versucht, sie zu beschreiben. Dinge sind Formen, aber auch Farben, die wiederum Formen sind. Es gibt keinen Müll, lediglich weggeworfene Sachen, weggeworfen aus der Welt in die Welt hinein. Deren Wegwerfen ist also unmöglich, so, wie man die Form aus der Form nicht wegwerfen kann. Dinge, also auch Formen scheinen unendlich zu sein, was auch ermüdend ist. Dinge, Farben, Formen gibt es mehr als Worte, mit deren Hilfe man sie beschreiben könnte. Ein in hunderte, tausende Teile geteilter Gegenstand deformiert sich, nimmt eine neue Form an, wird zu einem neuen Wesen. Er wird selbständig. Die Form der Dinge bleibt den Worten überlegen; diese hinken immer hinterher im Versuch, die Dingen zu beschreiben. Die Worte werden die Form der Dinge nicht erreichen können, so, wie sie zu deren Wesen, zu einem existierenden oder einem potenziellen, nicht vordringen können. Ein Sperrmüllcontainer, ein Schrottplatz, das sind die besten Wörterbücher der Welt!


Bartłomiej Kiszka bei WuKaMenta #neumarkt 2017. Bilder: André Wirsig

Bartłomiej Kiszka
Geboren in Krakau.
Wohnt in Leipzig.

Beitragsbild: Bartłomiej Kiszka

„Sprechstunde mit Ilse & Margarete – für die Kunst des Zusammenlebens“
Über die Qualität unserer sozialen Beziehungen und der Beziehung zur Natur.

„Kindermund tut Wahrheit kund“, heißt es in einem alten Sprichwort. Noch unverfälschter kommt die Wahrheit ans Licht, wenn sich der Verzicht auf übertriebene Rücksicht mit Altersweisheit mischt – wie etwa bei Ilse & Margarete, zwei Kunstfiguren mit lockerem Mundwerk und unkonventionellen Ansichten.

Man könnte die beiden „Silverages“ auch Beraterinnen oder Botschafterinnen nennen – vielleicht sind sie aber auch einfach nur zwei besonders furchtlose Alte auf dem besten Weg zur Überwindung von Mut- und Sprachlosigkeit.

Mit Tiefsinn und ihrer direkten Art über die Tabus hinaus zu schießen, halten die beiden Prignitzer Urgesteine eine „Sprechstunde für die Kunst des Zusammenlebens“.

Musisch und mit ihrem humorvollen Mundwerk bündeln sie die Energien, rufen zum Ökoballern guter Wünsche auf und auch mit Komplimenteduschen soll nicht gespart werden. Reime und Lieder lassen die beiden aus den Zusammenkünften spontan entstehen und entfalten aus den Begegnungen neue Gedankenmuster.

Erleben Sie hautnah, wie gesundheitsfördernd und vitalisierend so eine Narrenfreiheit sein kann. Lassen Sie sich von den beiden Damen inspirieren und das Geheimrezept ihrer verinnerlichten Jugend und Unermüdlichkeit verraten.


Ilse und Mararete bei WuKaMenta #neumarkt 2017. Bilder: André Wirsig

Ilse & Margarete

Daniela Dörfel
Geboren 1967 in Märkisch Oderland.
Glücklich in der Prignitz lebend.
Schauspielerin, Projektbeauftragte für soziokulturelle Entwicklung.

Chady Seubert
Geboren 1966.
Wohnhaft in der Prignitz.
Darstellende Künstlerin.
Schwerpunkte: Schauspiel, Dozentin, Regie, Performance, Musik.

Beitragsbild: André Wirsig

Telefone mit Gesichten von Neumarkt

Die Telefonistin: Ratlos. Der Zuhörer: Erwartungsvoll. Der Beobachter: Belustigt. Kaffekränzchen, Entspannen und Lauschen am runden Tisch. Aber wehe das rote Telefon klingelt … dann geht nämlich Donald Trump ran.


Justus Ehras bei der WuKaMenta #neumarkt 2017. Bilder: André Wirsig

Justus Ehras
Geboren 1990 in Aschaffenburg am Main.
Bis 2010 Schulzeit und Experimente in der elterlichen Werkstatt.
2010 bis 2016 Ingenieurstudium und eine schöne Zeit in Freiberg.
Seit 2014 entstehen regelmäßige elektro-mechanische Installationen und Objekte.
Seit 2016 in Dresden.

Justus Ehras – WuKaMenta #neumarkt 2016

Justus Ehras – WuKaMenta #serkowitz 2016

Beitragsbild: André Wirsig

Das weisse Blatt
Anders leben, aber wie?

Ausgang für das Andere ist ein 9qm grosses weisses Tuch, das ich auf dem Neumarkt ausbreite. Diese leere Fläche lädt ein, sie zu gestalten.
Ich mache das mit meiner ganzen Person: ich finde Haltungen und Bewegungen und lasse mich inspirieren von dem, was ich vorfinde.
An drei Tagen entstehen unterschiedliche Skizzen, eine Anregung weiter zu spielen, bei Bedarf immer wieder von vorne anzufangen und niemals die unendlichen Möglichkeiten der anderen auszuschliessen.


Hilla Steinert bei der WuKaMenta #neumarkt 2017. Bilder: André Wirsig

Foto: Reinhard Zabka

Hilla Steinert bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Tanz und Performance. Sie begann ihre tänzerische Ausbildung 1978. Mitte der 80ger wendet sie sich der Performance zu. Seit 1989 ist sie als freischaffende Künstlerin in Berlin etabliert. Sie kreiert ihre eigenen Arbeiten, performt in den Stücken anderer und unterrichtet international.

Sie realisierte Kunstprojekte unter anderem auf dem Teufelsberg in Berlin; WuKaMenta, Dresden; Tabačka, Košice, Slowakei, Gallery Commune1, Cape Town / Südafrika; Platoon Kunsthalle in Berlin; TNS Foundation in Gdansk / Polen; MPA Berlin; 53. Biennale Venedig; Galerie Wildwechsel in Frankfurt und viele andere.

„Wenn mir etwas am Herzen liegt, dann ist es etwas zum wachsen zu bringen. Das gilt für die Kunst genauso wie für das Leben. Das eine ist mit dem anderen untrennbar verbunden.“

Hilla Steinert — WuKaMenta 2016

Beitragsbild: Hilla Steinert

Der Postkartenschreibservice

Ausgestattet mit nichts als einem kleinen Tisch, einem Stuhl, einem Stift, einem Stapel Postkarten, Briefmarken und großer Lust, das Blaue vom Himmel herunter zu erfinden, was für seltsame Abenteuer und neue Welten die Reisenden erleben durften, schreibe ich in ihrem Namen die Postkarten und schicke sie am Ende des Tages auch ab. Einzige Bedingung: An diesem Stand wird nicht erzählt, was wirklich passiert ist!


Kaspar Dornfeld bei WuKaMenta #neumarkt 2017. Bilder: André Wirsig

Foto: Reinhard Zabka

Geboren 1976 in Eisenach.
Studium der Filmregie an der dffb Berlin.
Langjährige Arbeit als Film- und Theaterregisseur, Cutter, Sounddesigner und Drehbuchautor.
Autor von Prosatexten und einem Roman, der zwar keine Preise gewann, aber sich in eBook-Form über 20.000 mal verkauft hat.
Geschäftsführer des RATTENREITER Verlages für eBooks und Hörbücher.
Arbeit an der Humboldt-Universität Berlin als Leiter eines Medienstudios.
Zusätzliche Arbeit als Entwickler und Drehbuchautor für neue Serienformate.
Kann sehr gut Kuchen backen.

Beitragsbild: Kasper Dornfeld

Sticks & Stones & Overtones

Die KlangHütte stellt sich vor im Rahmen der Freien Universität Dresden Neumarkt. Freies Lernen mit Stöcken und Steinen und verstehen, was Mathematik und Musik gemeinsam haben.


Hannes Heyne bei WuKaMenta #neumarkt 2017. Bilder: André Wirsig

Hannes Heyne
Geboren 1958.
Dipl.-Hydrologe, Klangforscher und Musikpädagoge.
Seit 1998 Aufbau des Projekts KlangHütte in Radebeul bei Dresden.
Spiel- und Instrumentenbaukurse, Aktionen, Installationen, Ausstellungen, Konzerte, Reisen.
Seit 2004 Entwicklung des jährlichen internationalen Camps „NaturMusikSpiel“ in verschiedenen europäischen Ländern.
2010: Die KlangHütte zieht nach Weinböhla bei Dresden in umfangreichere Räume mit Spielraum, Instrumentensammlung, Werkstatt, Bibliothek und Kreativraum.
In Planung: KlangGarten.

Hannes Heyne — WuKaMenta #neumarkt 2016

Beitragsbild: André Wirsig

Wunschbüro
„Anders leben, aber wie?“

Wir geben Ihren Wünschen eine Form.
Visualisieren Sie Ihren Wunsch und werden Sie Teil des spannenden „Wunschsternschachtelfeldes“ auf dem Dresdner Neumarkt.
Nehmen Sie Ihren persönlichen Herzenswunsch gratis mit nach Hause,
damit dieser für Sie wirken kann.

Ihr Wunschbüro


Anne Rosinski bei WuKaMenta #neumarkt 2017. Bilder: André Wirsig

Anne Rosinski
Geboren 1978 in Stralsund.
2001 Berufsabschluss und Tätigkeit als Ergotherapeutin in Dresden.
2006 Berufsabschluss „Gestaltungstechnische Assistentin“ Mediencollege Dresden.
Tätigkeit als Grafikerin in der Kleinagentur „artfabrik“ Dresden.
2009 bis heute GF des Therapiezentrums Radebeul Ost GmbH in Radebeul.
2009 tätig als bildende Künstlerin in Dresden.
2012 Mitgliedschaft im Künstlerbund Dresden e. V.
2013 bis 2016 Zusammenarbeit mit der Galerie Flox in Schirgiswalde-Kirschau.

Beitragsbild: Anne Rosinski

Die Idee ist, das Meer auf den Neumarkt mit französischer Poesie zu bringen.
Es werden auf Papprolle lange, blaue Streifen gemalt, teilweise beschriftet. Diese Rollen werden auf dem Boden des Neumarkts aufgerollt und gestaltet.
Es kann sein, dass die langen blauen Streifen sich weiterentwickeln.
Es könnte sein, dass Menschen aus dem Publikum mitmachen.


Sophie Cau bei WuKaMenta #neumarkt 2017. Bilder: André Wirsig

Sophie Cau
Geboren 1962 in Frankreich.
Studium der Architektur in Bordeaux, Illustration, Trickfilm, Grafik und Kunstgeschichte in Lyon.
1988 Diplom der „Ecole Emile Cohl“, Lyon sowie Diplom der Medienkunst, Universität Lyon III.
Bis 1992 freischaffende Illustratorin und Malerin in Lyon, Paris und Bordeaux.
1992 Übersiedlung nach Dresden.
1994-96 Aufenthalt in San Francisco, USA.
Seit 1997 tätig als Künstlerin in Radebeul bei Dresden.

Labyrinth Deutsche Einheit im Lügenmuseum in Radebeul-Serkowitz, 2015.
Foto: André Wirsig

Beitragsbild: Sophie Cau

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Ein orientalisches Atelier mit Tee auf dem Neumarkt

Kunst erdet mich. Der Drang und die Sehnsucht danach, meine Gedanken zu „materialisieren“, sind unbändig. Ich wandere gern auf fremden Pfaden und liebe die Ruhe, die Einsamkeit und den Frieden von Wüsten. Auch das einfache Leben ihrer Bewohner teile ich gern. Zurückgekehrt nach Europa bin ich bekümmert über den „Wohlstandsmüll“, den wir alle anhäufen. Der Kontrast macht das sichtbar.


Renate Winkler bei WuKaMenta #neumarkt 2017. Bilder: André Wirsig

Renate Winkler
Ausbildung zur Kindergärtnerin, Studium an der Humboldt Universität Berlin, Abschluss Diplompädagogin, Arbeit als Fachschullehrerin, Keramik bei Otto-Gerd Müller, Lernen bei Lothar Sell, Meißen und Prof. Kaiser, Burg Giebichenstein, Druckgrafik, bevorzugt Aquatinta und Holzschnitt. Grafikgemeinschaft Atelier Oberlicht bei Markus Retzlaff. Künstlerische Inspiration durch Reisen in den Orient. Leitung einer Keramikgruppe, Kreative Werkstatt, Dresden-Pieschen.
Lebt in Radebeul.

Beitragsbild: André Wirsig

Labyrinth – Außen. Innen. Außen

Zum Thema „Anders leben, aber wie?“ können die Menschen im Labyrinth von außen nach innen, und von innen nach außen gehen. In der Mitte befindet sich ein Sandbild (runder Spiegel mit Sand), welcher ständig verändert werden wird, durch die Menschen, aber auch durch Wind, Regen, Sonne, etc. Diese Veränderungen werden fotografisch dokumentiert und online gestellt, damit der Prozess für jeden zugänglich ist.


Luise Matzat bei WuKaMenta #neumarkt 2017. Bilder: André Wirsig

Luise Matzat
Studium der Religionspädagogik.
Abschluss Diplom Sozialpädagogin.
Tätigkeit als Erzieherin.
Abendstudium Bildende Kunst.
Tätigkeit im Weingut und als Familienhelferin.
Seit 2015 Beschäftigung mit dem Thema Tanz/Körperbewegung.
Seit 2016 pädagogische Arbeit mit Menschen mit und ohne Behinderung.

Luise Matzat — WuKaMenta #neumarkt 2016

Beitragsbild: André Wirsig