RiRaRutsch zur DaDa-Dekade

Ausstellung von Richard von Gigantikow zur DaDa-Dekade 2012-2022 13.1. bis 22.2.2017 in Weimer, C.Keller & Galerie Markt 21 e. V. 

DADAMENTA trifft WuKaMenta

Die 2012 gestartete DADA-DEKADE hinterfragt 2017 unter dem Motto „Reformation, Revolution, Reklamation“ historische Ereignisse, die vor 500 bzw. 100 Jahren für Furore sorgten: Luthers Thesenanschlag und die Große Sozialistische Oktoberrevolution. Dabei reagiert sie zugleich auf brisante gesellschaftspolitische Entwicklungen. Anlässlich des sechsten Themenjahres wird deshalb die alljährliche Performance „Neujahrsempfang“ mit einer Ausstellung des Ideenmillionärs Richard von Gigantikow verknüpft, den „Die Zeit“ als „letzten Dadaisten des wilden Ostens“ bezeichnete.

Der gebürtige Erfurter, der bereits in den 1980er Jahren mit spektakulären Kunst-Aktionen in der Ostberliner Szene am Prenzlauer Berg gegen die offizielle Kulturpolitik auftrat, ist bis heute unbequem geblieben. So intervenierte er im Juni 2016 mit der „WuKaMenta“ vor der Frauenkirche in Dresden und lud 33 internationale Künstler ein. Die Idee einer Ausstellung von „Wunderkammern zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum“ wird 2017 fortgesetzt und die Frage beleuchten: „anders leben, aber wie?“ Sein Lügenmuseum, seit 2012 in Radebeul beheimatet, zeigt „Reliquien einer traumatisch eingestürzten Inneneinrichtung namens DDR“. Aus seinem reichen Fundus sind in Weimar Collagen, Installationen, Licht- und Klanginszenierungen zu sehen.

Wir möchten Sie und Ihre Freunde recht herzlich einladen:

Freitag, 13. Januar 2017, 21 Uhr, Galerie Markt 21, Weimar: Performance „Neujahrsempfang“ zum Thema „Reformation, Revolution, Reklamation: Junker Jörg trifft DADA-Lama“ und zur Ausstellungseröffnung „RiRaRutsch“ von Richard von Gigantikow
Uraufführung eines neuen Werkes von Michael von Hintzenstern

Duo „Klang-Zeichen“: Daniel Hoffmann, Trompete/Flügelhorn; Michael von Hintzenstern, Harmonium; Norico Kimura, Gesang/Rezitation; Absurder Chor Weimar
„DADA ist antikünstlerische Geste, raumfüllende Ausstellungsästhetik und aufwühlende Geisteshaltung mit Biss, sie findet in der Weimarer Galerie Markt 21 den befruchtenden Rahmen. Und wenn sie nicht gestorben sind, lügen sie noch heute.“ (Richard von Gigantikow)

Beitragsfoto: Maik Schuck

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Zahlreiche Besucher fanden sich am Freitag, den 13. Januar, zur Eröffnung des 6. Themenjahres der Dada-Dekade und der Ausstellung des Ideenmillionärs Richard von Gigantikow (Lügenmuseum Radebeul) in der Weimarer Galerie Markt 21 ein. Während die Dekade 2017 unter dem Motto “Reformation, Revolution, Reklamation” steht, gab der ausstellende Künstler seiner Präsentation den Titel “RiRaRutsch”.

Fotos: Maik Schuck

Die Performance “Neujahrsempfang” nahm deshalb in vielfältiger Hinsicht Bezug auf den Buchstaben R. Sie begann –als Brückenschlag zum Cabaret Voltaire in Zürich 1916 – mit Hugo Balls Gedicht “Gadji beri bimba” und erinnerte mit dem Drama “Er-nest” an den Organisator des Weimarer Dada-Kongresses 1922 Theo van Doesburg (alias I. K. Bonset). Die japanische Dada-Botschafterin Norico Kimura löste mit ihrer Interpretation des onomatopoetischen Gedichts “Die Nachtigall” (1822) von Johann Matthäus Bechstein Beifallsstürme aus und trat damit zugleich den klingenden Beweis an, dass der Thüringer Ornithologe einer der Ur-Väter des Dadaismus ist.
Für ein furioses Finale sorgte Michael von Hintzensterns “Etüde in Ré”, in der die einzelnen Buchstaben der Namen Martin Luther und Wladimir Iljitsch Lenin als Klangmaterial dienten und zu einem eruptiven dadaistischen Klanggeflecht verdichtetet wurden. Norico Kimura (Stimme), Daniel Hoffmann (Trompete), Michael von Hintzenstern (Harmonium) und der bestens aufgestellte Absurde Chor Weimar steurten dabei einen ekstatischen Höhepunkt an, bei dem das Publikum mit Sprechhören einbezogen wurde: vladi-mir, vladi-mich: vladi-dir, vladi-dich: Spie-gel, Gas-se; Wod-ka Tas-se.

 

Ausgewählte Presseartikel:

Luther Dekade trifft Dada Dekade, Michael von Hintzenstern, Glaube + Heimat, 8. Januar 2017

Künstler beziehen Stellung, WELT.DE, 1. Januar 2017

Reformation, Revolution, Reklamation, Christiane Weber, Tühringer Allgemeine, 15.Januar 2017

Fotos: Maik Schuck

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