Labyrinth der Wende 2009

„Stasipoli“ ist der Titel eines Spieles und Kunstwerkes, mit dem sich die Besucher im „Labyrinth der Wende“ mit den Methoden der Stasi auseinandersetzen können.

Sie „begrüßten sich zwar untereinander mit Handschlag und beredter Verschwörermine, verzichteten bewusst auf das Artikulieren von Familiennamen.“ „Kein Mäuseschwänzchen, das mit dem schlamperten Lebenskünstler in Verbindung trat, entging unseren Mitarbeitern, die den gegnerischen Stützpunkt rund um die Uhr observierten.“ Der Inoffizielle Mitarbeiter des Ministerium für Staatssicherheit Joachim Schlaack brachte ein Buch im Selbstverlag heraus und nannte es „Der Stasi-Auflöser“ (Snayder Verlag 1997). Er schrieb über die offenen Treffen in meinem Atelier im Prenzlauer Berg: „Jahrelang ermittelte die HA VIII (Hauptabteilung für Beobachtung und Ermittlung) ) gegen die einheimischen Paradiesvögel, die Reinhard’s obsolet gewordenes Nest anflogen, bis sich zweifelsfrei herauskristallisierte, dass sie…“

Objekte und Installationen wurden in den offiziellen Ausstellungen der DDR nicht und zum Ende nur in Ausnahmefällen gezeigt. Dieses Genre führte ein Nischendasein in Ateliers und bei illegalen Ausstellungen. Im Labyrinth der Wende wird solche ehemals zensierte Kunst wieder lebendig. Im Sinne des Ausspruchs „Die Macht ist stark, stärker das Gelächter“ von Heinrich Lützeler hat Zabka die degenerierten Machtstrukturen der Lächerlichkeit preisgegeben, verbogen, so dass sie schließlich stürzten.

Die Form des Kunstprojektes Labyrinth der Wende scheint eher dem Theater entnommen oder der freien Projekträume, den Off-Spaces und der Research Projekte, als der Bildenden Kunst. Dabei übernimmt der künstlerische Leiter eher die Rolle des Regisseurs. Im Laufe seiner langen künstlerischen Laufbahn suchte Reinhard Zabka stets nach offenen Strukturen und verließ oftmals ausgetretene Pfade. Sein Weg führte querfeldein um routinierten Abläufen zu entgehen. Zahlreiche neue Formen der Kunstdarstellung, welche einem neuen Verständnis von Bildender Kunst folgen, wurden von ihm erschaffen. Es handelt sich dabei um eine ganz eigene Strategie der Präsentation von Gegenwartskunst oder unkonventionelle Vermittlung zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum.

Das Labyrinth der Wende zeigt auf, das die Kunst spannende, ungeahnte und auch streitbare Wege gehen kann. Die Besucher müssen sich nicht unbedingt sofort einen Reim auf das Gesehene machen. Vielmehr werden die Besucher eingeladen sich über das Gesehene Gedanken zu machen und die Ausstellung soll eine nachhaltige Beschäftigung mit dem Thema „friedliche Revolution vor 20 Jahren“ ermöglichen. So wird das Kunstprojekt genau den Gesprächsbedarf fördern, den sich auch die beteiligten Künstler wünschen.

Eine Gruppe internationaler Künstler wird vom 24.-28. August 2009 unter der Leitung von Richard von Gigantikow eine hölzerne Installation entstehen lassen, deren improvisierte Materialien an die Improvisation der Geschichte in der turbulenten Wendezeit und an die Situation eines geschichtlichen Umbruchs mit offenem Ausgang erinnern.

Als Vorgeschmack auf die spektakuläre Ausstellung findet am Rande der Aufbauphase des Labyrinthes am Donnerstag, den 27. August 2009, um 14 Uhr eine Pressekonferenz in der Marienkirche (Oberkirchplatz 1, 15230 Frankfurt (Oder)) statt.

Die mit Licht und Klang installierten Ausstellung erzählt von den aufwühlenden Ideen der Demokratiebewegung, von der Boheme und Antikunst in der DDR. Illegale Zeitungen, Flugblätter, Pamphlete, Collagen und Fotos von Kunstfesten und Aktionen von 1989 zeigen die „Macht der Phantasie“ im Angesicht der Zensur.

Beteiligte Künstler:

Erika Stürmer Alex
Jola Brejdak (Polen)
Toon Elfrink (Niederlande)
Roland Gorsleben
Otis Laubert (Slowakei)
Michael Mai
Olaf & Simone Spillner
Erwin Stache
Reinhard Zabka
Pomona Zipser
Rolf Zslatar

Projektträger: Verein der Freunde und Förderer des Museums Viadrina e.V.

Förderer und Kooperationspartner des Projektes:

Kulturland Brandenburg 2009 wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie das Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung des Landes Brandenburg.

Mit freundlicher Unterstützung der brandenburgischen Sparkassen gemeinsam mit der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Stiftung der Sparkassen Oder-Spree.

Das Projekt findet im Rahmen des Kulturland Brandenburg Themenjahres 2009 „Demokratie und Demokratiebewegungen“ statt und wird u.a. von der Stadt Frankfurt (Oder) gefördert.
Reinhard Zabka
27. August 2009 14 Uhr Marienkirche Frankfurt (Oder)

 

Quelle: youtube.de

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