Pastor Leumund mit seinem Beichtsofa vor der Frauenkirche und bei einem realdadaistischen Gottesdienst mit Reizwortmeditation. WuKaMenta #neumarkt 2017. Bilder: André Wirsig


Pastor Leumund, Mantra singen, Ka Dietze, Tanz, am 15. Juni 2017 auf dem Neumarkt in der Dresdner Altstadt. WuKaMenta #neumarkt 2017
Film: Reinhard Zabka


Finale mit Pastor Leumund (Stimme), Ka Dietze (Tanz) und Robert Hennig (Klarinette) am 15. Juni 2017 auf dem Neumarkt in der Dresdner Altstadt. WuKaMenta #neumarkt 2017
Film: Reinhard Zabka

Pastor Leumund

Beitragsbild: André Wirsig

Es gibt keinen Müll. Es gibt Dinge. DINGE kann man nicht zählen, zusammenzählen, aufzählen; unaufhörlich teilen sie sich, vermehren sich. Dinge kann man nicht benennen; sie stehen über der Sprache, die versucht, sie zu beschreiben. Dinge sind Formen, aber auch Farben, die wiederum Formen sind. Es gibt keinen Müll, lediglich weggeworfene Sachen, weggeworfen aus der Welt in die Welt hinein. Deren Wegwerfen ist also unmöglich, so, wie man die Form aus der Form nicht wegwerfen kann. Dinge, also auch Formen scheinen unendlich zu sein, was auch ermüdend ist. Dinge, Farben, Formen gibt es mehr als Worte, mit deren Hilfe man sie beschreiben könnte. Ein in hunderte, tausende Teile geteilter Gegenstand deformiert sich, nimmt eine neue Form an, wird zu einem neuen Wesen. Er wird selbständig. Die Form der Dinge bleibt den Worten überlegen; diese hinken immer hinterher im Versuch, die Dingen zu beschreiben. Die Worte werden die Form der Dinge nicht erreichen können, so, wie sie zu deren Wesen, zu einem existierenden oder einem potenziellen, nicht vordringen können. Ein Sperrmüllcontainer, ein Schrottplatz, das sind die besten Wörterbücher der Welt!


Bartłomiej Kiszka bei WuKaMenta #neumarkt 2017. Bilder: André Wirsig

Bartłomiej Kiszka
Geboren in Krakau.
Wohnt in Leipzig.

Beitragsbild: Bartłomiej Kiszka

„Sprechstunde mit Ilse & Margarete – für die Kunst des Zusammenlebens“
Über die Qualität unserer sozialen Beziehungen und der Beziehung zur Natur.

„Kindermund tut Wahrheit kund“, heißt es in einem alten Sprichwort. Noch unverfälschter kommt die Wahrheit ans Licht, wenn sich der Verzicht auf übertriebene Rücksicht mit Altersweisheit mischt – wie etwa bei Ilse & Margarete, zwei Kunstfiguren mit lockerem Mundwerk und unkonventionellen Ansichten.

Man könnte die beiden „Silverages“ auch Beraterinnen oder Botschafterinnen nennen – vielleicht sind sie aber auch einfach nur zwei besonders furchtlose Alte auf dem besten Weg zur Überwindung von Mut- und Sprachlosigkeit.

Mit Tiefsinn und ihrer direkten Art über die Tabus hinaus zu schießen, halten die beiden Prignitzer Urgesteine eine „Sprechstunde für die Kunst des Zusammenlebens“.

Musisch und mit ihrem humorvollen Mundwerk bündeln sie die Energien, rufen zum Ökoballern guter Wünsche auf und auch mit Komplimenteduschen soll nicht gespart werden. Reime und Lieder lassen die beiden aus den Zusammenkünften spontan entstehen und entfalten aus den Begegnungen neue Gedankenmuster.

Erleben Sie hautnah, wie gesundheitsfördernd und vitalisierend so eine Narrenfreiheit sein kann. Lassen Sie sich von den beiden Damen inspirieren und das Geheimrezept ihrer verinnerlichten Jugend und Unermüdlichkeit verraten.


Ilse und Mararete bei WuKaMenta #neumarkt 2017. Bilder: André Wirsig

Ilse & Margarete

Daniela Dörfel
Geboren 1967 in Märkisch Oderland.
Glücklich in der Prignitz lebend.
Schauspielerin, Projektbeauftragte für soziokulturelle Entwicklung.

Chady Seubert
Geboren 1966.
Wohnhaft in der Prignitz.
Darstellende Künstlerin.
Schwerpunkte: Schauspiel, Dozentin, Regie, Performance, Musik.

Beitragsbild: André Wirsig

Zum jährlichen Herbst- und Weinfest in Radebeul kann man auf den Elbwiesen durch das wundersame Skulpturenlabyrinth wandeln und fantasievolle Bilderwelten erkunden.

Das Labyrinth aus Paletten und Abfallholz bildet eine temporäre Ausstellungsarchitektur, ein raffinierter Irrgarten, in dem sich die Zeit aufzulösen scheint. Richard von Gigantikow baut wieder mit seinem Team einen Skulpturengarten und wählt dazu den Kniff eines Museums ohne Dach. Rings umher entsteht ein Garten von verschwenderischer Fantasie, dessen labyrinthischer Zauber den Gehenden in Träumen und beschaulicher Betrachtung versinken lässt. Die Arbeitsweise scheint eher dem Theater entnommen, den freien Projekträumen, oder den Off-Spaces. Sie fangen einfach an zu bauen und lassen ihr labyMania fliegen, frech, bilderstürmerisch und frei. Es handelt sich dabei um eine ganz eigene Strategie der Präsentation von Gegenwartskunst im öffentlichen Raum. Wo, wenn nicht hier am Hundetanzplatz hinterm Deich. Immer wieder: Jetzt oder nie.

Als Symbol vom verworrenen Pfad des Lebens gehört das Labyrinth zu den ältesten Kulturgütern der Menschheit und ist angesichts einer ebenso komplexen wie undurchschaubaren Welt von hoher Aktualität. Ein Labyrinth zu begehen heißt: verstehen und nicht erklären, heißt einweihen und nicht belehren, heißt Mythos und Initiation.

Das feurige Finale löst alle Mühen auf.

Labymania 2016

jubiLaby ° 2015

Fotos: André Wirsig

labyLove ° 2014

Fotos: André Wirsig

labyParadi ° 2013

Fotos: André Wirsig

labyFari ° 2012

Fotos: André Wirsig, Foto 1, 3, 6, 7, 9: Olaf Spillner

labyLaMancha ° 2011

Fotos: André Wirsig

Beitragsfoto: André Wirsig