Was ist ein cooles Museum?
Über 600 Gäste besuchten in den Winterferien 2016 das Lügenmuseum. Eintragungen aus dem Besucherbuch 2016:

Das Lügenmuseum gehört zu den größten Sehenswürdigkeiten dieses Planeten.
Man fühlt sich wie Alice im Wunderland, doch wo ist das weiße Kaninchen?
Unglaublich, die Kreativität des lügens ist nicht zu unterschätzen.
Habe noch nie so ein wunderschönes Museum gesehen – einfach genial!
Es ist zauberhaft. Kein Museum, welches einfach abgehakt werden kann.
Eine Explosion der Kreativität – mein 49. Kindergeburtstag im Lügenparadies.
Totale Reizüberflutung auf kleinstem Raum. Der Ballsaal ist ein Hammer.
Spitzen Projekt, Super Gesamtkunstwerk! Großer Respekt, künstlerische Leistung!
Es ist das beste, interessanteste und merkwürdigste Museum, in dem ich je war.
Tolle Wiederbelebung eines todgeweihten Gebäudes. Wünschen ein langes Leben.
This is the creziest musium i have ever see in my life, and i have see quite a lot.
Das Lügenmuseum hält nicht, was es verspricht – wird sich aber gerecht.
Das habe ich mir überlegt: Applaus, Applaus!

In den Winterferien, 8. – 22. Februar 2016 ist das Lügenmuseum wieder täglich geöffnet. Es zeigt Maschinen zur Belustigung und anarchische Apparate im ironischen Leerlauf.

Winterferien im Lügenmuseum Foto: Richardt v. Gigantikow

Winterferien im Lügenmuseum · Foto: Richardt v. Gigantikow · © Lügenmuseum 2016

Das Lügenmuseum knüpft an der Wiederentdeckung der Wunderkammer, an der Erforschung der Träume, an der Art wie Ausstellungsstücke als Symbole unbewusster Erfahrungen positioniert wurden, als poetischen Welten in denen die Besucher träumend eintauchen können. Die Betrachter werden herein gelockt in anheimelnde Räume voller Sehnsucht und Sammellust, die Begegnungen mit Privatem vortäuschen, dann aber das heimliche in sein Gegenteil, das unheimliche übergehen lassen. Beim Rundgang kann der Wandel der künstlerischen Eroberungen des letzten Jahrhunderts von der Collage, Assemblage, über das Environment zum Künstlermuseum gut nachvollzogen werden, vom Kunstwerk als Sammelobjekt zur Sammlung als Kunstwerk.

Das augenzwinkernde Lügenmuseum ist ein Ausflugstipp für die ganze Familie. Elf Räume bieten witzige, abwechslungsreiche museale und pseudo-museale Ereignisse: „Einmal auf dem Sonnendeck der Titanic liegen und nicht an den Untergang denken“, „Grüße von Überall“ und „aus den Taschen vieler kleiner Jungen.“

Wie Wolken mit der Empfindung der Freiheit, ziehen all‘ die Objekte und Ideen am Betrachter durch die Räumlichkeiten.

Richard v. Gigantikow

Lügenmuseum Broschüre 2016

Verliebte schweben auf Wolken von Vergnügen durch die Räumlichkeiten des Lügenmuseums.

In den Schulferien von 19. Dezember 2015 bis 3. Januar 2016 gibt es wieder eine Aktion: das Museum ist täglich geöffnet.

Verliebte wollen nicht pädagogisch belehrt und gebildet werden. Sie wollen nicht die Bedeutung der ausgestellten Dinge ergründen und auch keine Erklärungen lesen. Sie wollen sich in Wunderkammern verlieren, sich Träumen hingeben und durch Gegenwelten wandeln.

Verliebte versinken in der Betrachtung und werfen den Ballst der Bedeutung über Bord. Sie betrachten das Museum mit den Augen eines Clowns und folgen inspiriert den Spuren der Alltagsobjekte.

Oberflächlich erscheint das Lügenmuseum witzig, doch tiefgründig wirft es existentielle Fragen auf. Es handelt von Humor, Wahrheiten und Illusionen, die keinen praktischen Nutzen haben.

Richard v. Gigantikow

Süßer die Kassen nie klingeln! – eine Ausstellung „sinnloser Weihnachtsgeschenke“ im Lügenmuseum Radebeul, denn – alles ist ersetzbar, nur überflüssiges nicht.

Überall auf der Welt verweigern sich immer mehr Menschen dem allgegenwärtigen Stress des Konsums. Fast die Hälfte der gekauften Waren wird nie benutzt. Die modernen Gesellschaften leiden inzwischen unter Reizüberflutung und man könnte fast sagen: Konsumverstopfung.

Im Lügenmuseum können sich Konsumkritiker vom Konsumrausch erholen. Sie finden einen Ort für kreative Konsumkritik.

Die Betreiber des Lügenmuseums entdeckten auf dem Boden eines Gutshauses in der brandenburgischen Provinz einen Haufen unausgepackter Schachteln und Päckchen. Es stellte sich heraus, dass Emma von Hohenbüssow, die Gründerin des Lügenmuseums, all ihr Leben lang die Weihnachtsgeschenke direkt auf den Boden gebracht hatte, um sie dort zu vergessen. Sie hatte viele ihrer Weihnachtsgeschenke nicht einmal ausgepackt. So entstand eine beachtliche Sammlung, die nun im Lügenmuseum gezeigt wird.

Beim Anblick der überfüllten Räume ereilt die Besucher ein leichter Schauer und heiteres Erbarmen. Gesammelt, weggeworfen, wieder gefunden, verschenkt und immer wieder repariert – an den Objekten kann man sich satt sehen und das eigene Kaufverhalten humorvoll reflektieren. Die Darstellung ist krass, voll hintergründiger Klippen mit einer unglaublichen Kreativität.

Man kann sich über das sinnlose Zeug wundern, über den Einfallsreichtum staunen oder sich mit „leuchtenden Kinderaugen“ von den „sinnlosen Weihnachtsgeschenken“ verzaubern lassen. Das Herz läuft über und doch verlassen die Besucher erleichtert das Haus.

Die Ausstellung Sinnlose Weihnachtsgeschenke bezieht sich auf den „Kauf-Nix-Tag“ (eng. „Buy Nothing Day“), eine Idee des kanadischen Künstlers Ted Dave. Sie regt zum Nachdenken über das eigene Konsumverhalten und die weltweiten Auswirkungen an. Sie plädiert für eine Mischung aus Reparieren, Teilen und einfach: weniger Konsum.

Richard v. Gigantikow

Der Lößnitzbach ist ausgetrocknet. Bei Aufräumungsarbeiten im trockenen Bach hinter dem historischen Gasthof Serkowitz wurde eine Scheibe mit einem Durchmesser von ca. 30 cm gefunden. Noch kann man auf dem Fundstück nicht viel erkennen, aber der sensationelle Fund wurde sogleich als Himmelsscheibe von Serkowitz getauft.

Serkowitz feiert dieses Jahr sein 700 jähriges Jubiläum und geht vermutlich auf einen alten keltischen Kultplatz zurück. In der Gemarkung Serkowitz wurden bereits slawische Scherben und ein 4.000 Jahre altes Tongefäß gefunden. Derzeit wird das originale Fundstück im Lügenmuseum präsentiert und es ist empfehlenswert, diese Gelegenheit zu nutzen, bevor das Fundstück für Jahre zu archäologischen Untersuchungen und Restaurierungen in den Labors verschwindet. Erst dann kann der unschätzbare Wert benannt werden.

Das Lügenmuseum handelt von Wahrheiten und Illusionen, die keinen praktischen Nutzen haben und deswegen besonders wichtig sind. Ansonsten ist das Lügenmuseum zwischen Karl May Museum, Albertinum und Grünem Gewölbe das ideale Ausflugsziel für die ganze Familie. Die Gäste werden mit einem Lügentee begrüßt.

Richard v. Gigantikow

Edinburgh. Dass die Existenz eines Lügenmuseums in Ostdeutschland ein „Knaller“ ist, konnte der „Ambassador of the Museum of Lies“ (Botschafter des Lügenmuseums) auf dem weltweit größten „Storytelling Festival“ in der schottischen Hauptstadt Edinburgh feststellen.

Bei gleich zwei Auftritten berichtete Horst Dietrich über das „Wunderkammer“-Museum im ostdeutschen Radebeul u.a. mit dem abgeschnittenen Ohr von Vincent van Gogh, dem Loch aus der Zauberflöte von Mozart und dem Sonnendeck der Titanic. Horst Dietrich, ein Nachfahre des Münchhausen-Clans, erzählte die Story vom Baron von Münchhausen, wie der sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen konnte – wie eine Parabel auf die Situation des Lügenmuseum. Es folgte eine Einladung nach Radebeul. Der Auftritt wurde mit viel Beifall bedacht, Teilnehmer notierten sich die Museumsadresse. Das Deutsche Historische Lügenmuseum feiert gerade sein 25jähriges Bestehen, zudem ist im kommenden Jahr ein internationales Wunderkammer-Festival in Dresden geplant.

Edinburgh. The existence of the “Museum of Lies” in eastern Germany is a “resounding success”, a fact the Ambassador of the Museum of Lies confirmed at the world’s biggest „Storytelling Festival“ in the Scottish capital of Edinburgh. In his two performances, Horst Dietrich reported on this museum of curiosities in Radebeul, in the eastern German region of Saxony, with its severed ear of Vincent van Gogh, the hole from the Magic Flute of Mozart and the sun deck of the Titanic. Horst Dietrich, a descendant of the Munchausen clan, retold the story of Baron von Munchausen, one who could pull himself up from the morass by his own pigtail as a parable of the situation of the „Museum of Lies“. He followed this with an invitation to Radebeul. His performance met with huge applause, many in the audience scribbling down the address of the museum. The German Historical Museum of Lies celebrates its 25th anniversary, and plans for an international „Wunderkammer-Festival“ in the coming year are made.

Das Lügenmuseum in Radebeul ist das verrückteste Museum des Universums, betonte der Ambassador (Botschafter). Es liegt am Rand von Dresden, wo es in jüngster Zeit islamfeindliche Kundgebungen der so genannten „Pegida“-Bewegung gibt. Aus den Relikten der DDR schuf Museumsdirektor Reinhard Zabka ein Parallel – Universum mit dem Selbstverständnis der Internationalität.„Einmal auf dem Sonnendeck der Titanic liegen und nicht an den Untergang denken“, das ist das Motto des Lügenmuseums. Die Räume haben ausgefallene Titel wie „Grüße von Überall“ mit Reiseschreinen aus aller Welt, „Aus den Taschen vieler kleiner Jungs“ sind klimpernde psychedelische Objekte, und mit einer klapprigen Leiter geht es zum „Aufschwung Ost“ . All die Ideen und Objekte ziehen wie Wolken mit der Empfindung der Freiheit durch die Räumlichkeiten.

The Museum of Lies in Radebeul is the craziest Museum in the universe, said the Ambassador. It is in an outlying area of Dresden, a city marked by the recent Islamophobic demonstrations by the so-called „Pegida“ movement. Museum director Reinhard Zabka created a parallel universe with an international reach from the relics of the former communist GDR. Its motto is, „Recline on the deck of the Titanic without thinking about it sinking.” The rooms have extravagant names such as „Greetings from Everywhere“ with shrines to travel from the whole world over, “From the pockets of many small boys“ with clattering psychedelic properties, and a rickety ladder leading to the „upswing East“. The ideas and objects pass through the buildings like clouds with a taste for freedom.

„Es bedarf einer ganz besonderen Sensibilität, uns unseren Alltag, unsere Gesellschaft – und auch die Institution Museum – völlig anders und neu sehen zu lassen.“ schrieb die ehemalige Kulturministerin Johanna Wanka, heute Bundesministerin für Bildung und Forschung. „Das Lügenmuseum beweist diese Sensibilität auf einzigartige provokant-spielerische und humorvolle Art. Daher hat es Reinhard Zabka auch in all den Jahren geschafft, dass der Strom der neugierigen Besucher nicht abreißt.“

„It takes a very special appreciation to conceive of our lives, our society – and also the institution of the museum – being seen in a completely different and new way,” the former Minister of Culture Johanna Wanka, today Federal Minister for Education and Research, has written. „The Museum of Lies has demonstrated such appreciation in a uniquely provocative and playful, humorous way. it is one of the achievements of Reinhardt Zabka that there has been no end to the stream of curious visitors.“

Schon vor dem Fall der Mauer eröffnete der Künstler Reinhard Zabka im Geist des wilden Widerstands ein Sommeratelier in der ostdeutschen Provinz. Als Künstler wollte er ein anderes Museum konstruieren: Maschinen zur Belustigung, beschattet von Wolken des Vergnügens. Zwischen Sein und Schein sucht er Dinge, die es gar nicht gibt. Inzwischen ist aus diesem Spleen ein ständig wachsendes Gesamtkunstwerk geworden. Mit viel Eigeninitiative ist das Lügenmuseum im historischen Gasthof Serkowitz zu einem überregionalen Ausflugsziel, einer touristische Attraktion für die Stadt Radebeul, geworden – ein Freiflugschein der Fantasie für die ganze Familie.

Even before the fall of the Berlin wall, artist Reinhard Zabka opened a summer studio in the provincial east in the spirit of free resistance. As an artist, he wanted to construct a different kind of museum: machines for amusement, shaded by clouds of pleasure. Between reality and illusion he has tried to seek things that do not exist. Meanwhile from such pique is an ever-growing oeuvre. The Museum of Lies in the historic inn in Serkowitz has become a national tourist destination, a tourist attraction for the city of Radebeul, – a free pass of fantasy for the whole family.

Und der Botschafter des Lügenmuseums, Horst Dietrich, konnte in Edinburgh die frohe Botschaft verkünden: „Nach dem Fall der Mauer und der gewonnenen Redefreiheit erzählt das Lügenmuseum nur noch die Wahrheit.“

The Ambassador promised: „After the fall of Berlin wall and the freedom of speech the Museum of Lies is only telling the truth.“