Am 1. April, dem internationalen Weltlügentag, lädt das Lügenmuseum 19 Uhr zum Weltlügenball ein. Gefeiert wird 5 Jahre Lügenmuseum in Radebeul, 27 Jahre Durchhaltevermögen seit seiner Gründung in einem Brandenburgischen Dorf und sein 133. Geburtstag nach einer Legende. Fakenews hin, alternative Fakten her, das Lügenmuseum ist und bleibt aktuell.

„Wer so wenig Phantasie besitzt, eine Lüge erst noch beweisen zu müssen, der sollte lieber gleich die Wahrheit sagen.“ Oskar Wilde belehrt so über den präzisen Blick von Lügen. Allein die Kunst weiß die erhabene Art des Lügens, um des Lügen willen zu bewerkstelligen. Der „Ambassador of the Museum of Lies“ stellte jedenfalls auf dem weltweiten „Storytelling Festival“ in Edinburgh fest, dass das Lügenmuseums in Ostdeutschland ein Knaller ist.

Das Lügenmuseum ist eine Fahrt ins Blaue, in eine Milchstraße von Ideen. Es belebt den alten Gasthof Serkowitz von Dresden/Radebeul. Nach einer Einführung und einem Lügentee beginnt der Rundgang durch zwölf Räume. Das Lügenmuseum kann aber auch anders genutzt werden: als Pilgerort an der alte Frankenstraße, wo der sächsische Jacobsweg den thüringische Rennsteig kreuzt, als Ausflugsziel und Inspirationsquelle für Geburtstagsfeiern, als Künstlermuseum, in dem die Ausstellungsgestaltung selbst ein Kunstwerk ist, als halsbrecherischen Galopp durch die moderne und durch die zeitgenössische Kunst, als paradoxe Intervention, die Maschinen zur Belustigung und anarchische Apparate im ironischen Leerlauf vorführt, als wahres DDR Museum, in dem die Lüge zweier Systeme zum Atmosphärischen wurde, als Zeitreise in die Poesie des Untergrunds und die Notstandskreativität einer Mangelwirtschaft, als alternatives Einheitsdenkmal im maroden Charme des historischen Tanzsaales, als Wunderkammer, die Dinge ausstellt, die es gar nicht gibt, als Orakel, das Antworten auf jede Frage gibt, die Ihnen gerade in den Sinn kommt.

Das Lügenmuseum ist das Chamäleon unter den Museen im Elbtal.

Zum internationalen Weltlügenball gibt es eine offene Bühne, befreundete Künstler führen etwas auf.

Alle Welt ist herzlich eingeladen.

Gnadenchor im Lügenmuseum. Film: Anna Mateur 2015

DaDaMenta trifft WuKaMenta

100 Jahre DaDa – die Geburtstagsfeierlichkeiten eröffnen das Lutherjahr!

26. 11. 2016 um 19 Uhr, Lügenmuseum Radebeul, der Eintritt ist frei

In Zürich wurde das Jubiläum der antikünstlerischen Bewegung DaDa groß gefeiert. Im Elbtal blieb es ruhig, Pegida wurde als dadaistische Bewegung nicht anerkannt. Nach Luther, der die deutsche Schriftsprache einführte und der freikirchlichen Reformbewegungen im 19. Jahrhundert, folgte DaDa, als dritte Welle des reformfreudigen Christentums. Anfang des 20 Jahrhunderts befreite DaDa der Sprache vom Sinn. Beuys erweiterte den Kunstbegriff, Zabka erweiterte das Museum und Dario Fo spielte lieber auf öffentlichen Plätzen. DaDa ist antikünstlerische Geste, raumfüllende Ausstellungsästhetik und aufwühlende Geisteshaltung mit Biß, sie findet im Lügenmuseum den befruchtenden Rahmen.

WuKaMenta: ein dreiteiliges Kunstprojekt. Dreiunddreißig Künstlern bespielten im Juni zwei Wochen den öffentlichen Raum, Neumarkt Dresden. Als Baustein der Feierlichkeiten zur Deutschen Einheit präsentierte die WuKaMenta vor dem Rathaus Dresden einen Beitrag für die Bewerbung um die Kulturhauptstadt 2025. Die Ausstellung WuKaMenta #serkowitz, 100 Jahre DaDa zeigt 20 zeitgenössische Künstler im Lügenmuseum Radebeul.

Pastor Leumund, Performer, dadaistischer Gottesdienst,
Michael von Hintzenstern und Tim Helbig daddeln Kurt Schwitters: „Sonate in Urlauten“ mit Schlagzeug.

Ausstellende Künstler: Perry Argel, Popke Bakker, Jola Brejdack, David Campesino, Silvio Colditz, Getulio Damado, Justus Ehras, Robert Frenzel, Richard von Gigantikow, Michael von Hintzenstern, Frank Hermann, Dorothee Kletzsch, Otis Laubert, Klaus Liebscher, Anna Mateur, Annette Muck, Sebastian Quiroz, Madlyn Sauer, Reinhard Sandner, Rose Schulze, Olaf Spillner, Erwin Stache, Hilla Steinert, André Wirsig.

Beitragsfoto: André Wirsig

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