16. Juli bis 26. September 2016 ° Martin – Gropius – Bau, Berlin

Die Ausstellung zeigt Bildkunst, die auf einem vielzelligen, vitalen, angstlos agierenden Netzwerk selbstbewusster Maler, Dichter, Performer, Aktionisten, Super-8-Filmer, Jazz- und Rockmusiker aufbaut, die auf der staatsabgewandten Seite nach Freiräumen suchten. Die Kuratoren Eugen Blume und Christoph Tannert fragen nach den eigentlichen Helden, wie das Gedächtnis von den Ost-West-Vergleichen befreien kann und wie diese „andere“ Kunst aus der DDR zu erklären ist.

Der Ausstellungsbeitrag Interior Undergrund von Reinhard Zabka bezieht sich auf die Rauminszenierung Götzen-Ismen-Fetische im kaiserlichen Treppenhaus des Berliner Domes von 1985. Als Zabka vor 31 Jahren vom evangelischen Kunstdienst eingeladen wurde, da lud er einfach auch seinen Freund Albrecht Hillemann ein und entwickelte ein Konzept. Dann lud er noch 12 weitere Künstler ein, Objekte und Installationen für diese Ausstellung zu bauen. Diese Show sorgte für Furore und zog 35.000 Besucher an.

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Interior Undergrund ° Gegenstimmen. Kunst in der DDR 1976-1989 ° Martin Gropius Bau in Berlin ° 2016 ° Foto: Reinhard Zabka

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Götzen-Ismen-Fetische ° Berliner Dom ° 1985 ° Foto: Harald Hauswald

Reinhard Zabka, einer der Künstler vom Prenzlauer Berg in Berlin, organisierte Straßenfeste, Ausstellungen mit Besucherrekorden, illegale Veranstaltungen in seinem Atelier und wirkte in der Umweltbibliothek, dem Bödickerclub am Ostkreuz und der Galerie Weißer Elefant. In der Ostprignitz baute er 1980 aus seinem Sommeratelier ein Kunsthaus und veranstalte Workshops zur Vermittlung unkonventioneller künstlerischer Techniken.

Kuratoren: Eugen Blume und Christoph Tannert
Eröffnung: 15. Juli 2016 um 19 Uhr

Ausgewählte Pressebeiträge:

„Schaut, das ist Freisinn“ ° ZEIT online ° 6.8.2016

„Gegenstimmen. Kunst in der DDR 1976-1989“ ° der Freitag ° 28.7.2016

„Dagegenhalten“ ° ART Magazin ° 25.7.2016

„Schräge Vögel und morbid anmutende Bodenskulpturen“ ° mdr.de ° 22.7.2016

„Gegenstimmen“ Kunst in der DDR“ ° ARD Fernsehen ° 21.7. 2016

„Abseits des sozialistischen Realismus – dissidentische Kunst in DDR“ ° Berliner Umschau ° 18.7.2016

Die unerziehbaren Vögel“ ° taz.de ° 18.7.2016

„Optimismus ist nur ein Mangel an Informationen“ ° art in berlin ° 17.7.2016

„Der ungezähmte Osten“ ° DER TAGESSPIEGEL ° 16.7.2016

„Zwischen Wut, Aufbegehren und Melancholie“ ° MDR ° 16.7.2016

„Mehr als sozialistischer Realismus“ ° Deutschlandfunk ° 16.7.2016

„Gegenstimmen“ Gropius Bau zeigt dissidentische Kunst aus der DDR ° Berliner Zeitung ° 15.7.2016

„Bilder von Kampf mit der Macht“ ° rbb-online.de ° 15.7.2016

Gegenstimmen. Kunst in der DDR. Flyer Ansicht

Wunderkammer und Kunstkabinett-Festival Dresden Radebeul 13.6. – 26.6.2016

Viele Künstler träumen davon, mit ihrer Kunst in Paris oder New York zu agieren. Aus solch einem Traum entstand die Idee des Wunderkammerfestivals – WuKaMenta.
Die Stadt Dresden unterstützt nun diese Form der Kunst im öffentlichen Raum kurzfristig, um den Neumarkt für Dresdner Bürger und Touristen zu beleben und inhaltlich aufzuwerten.
Die ersten bürokratischen und finanziellen Hürden haben wir genommen.
Mobile Galerien mit wechselnden Künstlern und das Lügenmuseum stehen vom 13. – 26. Juni auf dem Neumarkt in Dresden, quasi vor der Frauenkirche.

Dabei sind u.a.: Clown Lulu, Opermania, Uta Hauthal – Poesie Tankstelle, Hilla Steinert, Justus Ehras, Peter Till, Roland Gorlsleben, Richard von Gigantikow – Lügenmuseum, Peter Wawerzinek, Salon Tusch, Olaf & Möne Spillner, Klaus Liebscher, Silvia Graeff…

Wir suchen noch Unterstützer bei der Organisation und auch spontane Teilnehmer.

Reinhard Zabka spricht mit interessierten Mitstreiterinnen. Vor-Ort-Termin auf dem Neumarkt zur Vorbereitung für das Wunderkammernfestival am 26. Mai 2016 in der Dresdner Altstadt. Foto: André Wirsig

Reinhard Zabka spricht mit interessierten Mitstreiterinnen. Vor-Ort-Termin auf dem Neumarkt zur Vorbereitung für das Wunderkammernfestival am 26. Mai 2016 in der Dresdner Altstadt.
Foto: André Wirsig

Wer mal etwas auf ausprobieren oder zeigen will, hier ist der geeignete Rahmen.

Mehr Infos: http://kunst-der-luege.de/wukamenta/

Pieschener „Buddelflink“ – Kinder stellen im Lügenmuseum aus

In den vergangenen Wochen wurden sie zu wahren „Mülldetektiven“: Die Jungen und Mädchen der kommunalen Kita „Buddelflink“ aus Pieschen präsentieren ihre Recycling-Kunstwerke im Radebeuler Lügenmuseum, Kötzschenbrodaer Straße 39.

Die Eröffnung dazu findet am Freitag, 3.Juni , von 10 bis 11 Uhr, statt. Kinder, Eltern und Interessierte sind zur Projektausstellung ebenfalls herzlichj willkommen und eingeladen. Die Ausstellung ist weiterhin an den Wochenenden des 4. und 5. Juni aowie des 11. und 12. Juni jewils von 13 bis 18 Uhr zu besichtigen.

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Enzo (5) hat aus alten Plastikflasche eine Weltraumrakete gebaut.
Foto: André Wirsig

Lia (5, links) und Lucy (5) zeigen ihre gebastelte Puppe „Elsa“. Vorstellung der kleinen Sonderschau „Der Wegwerfgesellschaft auf der Spur“ mit Kunstobjekten aus Recyclingmaterialien am 03. Juni 2016 im Lügenmuseum Radebeul. Die Kinder der städtischen Kindertagesstätte „Buddelflink“ in Dresden-Pieschen beteiligen sich an der deutschlandweiten Aktion zur Müllvermeidung und zeigen vom 3. bis 12. Juni 2016 ihre Kunstobjekte im Lügenmuseum Radebeul. Foto: André Wirsig

Lia (5, links) und Lucy (5) zeigen ihre gebastelte Puppe „Elsa“. 
Foto: André Wirsig

Anlässlich des Weltumwelttags am 5. Juni setzt die komunale Dresdner Kindertageseinrichtung wie 650 weitere Einrichtungen in Deutschland ein Zeichen gegen Wegwerfplastik und für mehr Ressourcenschutz. Die Kita-Leiterin Katrin Herrmann ist begeistert von der Aktion: „Die Mädchen und Jungen konnten durch dieses Projekt ihren Ideen freien Lauf lassen und haben dabei viele interessante Wege zur Müllvermeidung und kreative Möglichkeiten zum Umgang mit Müll gesammelt“. So entstanden aus alltäglichen Gegenständen, die einst für die Mülltonne gedacht waren, fantasievolle Objekte wie Roboter, Boote und Raketen. Die Kita ermöglich den Kindern damit einen kreativen Ansatz zur Bildungsarbeit und leistet einen wertvollen Beitrag zur Ressourcenschonung.

Die Akton „Mülldetektive – Kita-Kinder werden aktiv“ wurde durch die Hamburger Save Our Future-Umweltstiftung ins Leben gerufen und unterstützen zahlreiche ähnliche Aktivitäten in Kitas rund um das Thema Ressourcenschutz.

Fotos: André Wirsig
Quelle: Dresdner Amtsblatt, 22/2016

Das Museum des Monats befindet sich in Radebeul. Die Image-Kampagne des Freistaats „So geht sächsisch“ stellt das Lügenmuseum vor.

Dem 700 Jahre alten Gasthof Serkowitz sieht man nicht an, dass sich darin eines der außergewöhnlichsten Museen im deutschsprachigen Raum befindet – das Lügenmuseum. Es lockt mit anheimelnden Räumen voller Sehnsucht und Sammellust, die eine Begegnung mit Privatem vortäuschen und mit „heimlich“ und „unheimlich“ changierenden Wechselbädern verunsichert. Die Besucher können den Wandel der künstlerischen Eroberungen von der Collage, Assemblage, über das Environment zum Künstlermuseum verfolgen, vom Kunstwerk als Sammelobjekt zur Sammlung als Kunstwerk. Die virtuosen „Lügen“ der kunstvollen Wunderkammern sind dabei immer als solche zu erkennen.

Das Lügenmuseum handelt von Wahrheiten und Illusionen, die keinen praktischen Nutzen haben. Zwischen Karl May, dem phantastischer Erzähler und den Gegenstimmen der DDR, wo die Macht der Phantasie im Angesicht der Zensur erlebbar wird, ist das Lügenmuseum ein ideales Ausflugsziel für die ganze Familie.

Das Lügenmuseum ist in der Ausstellung „Gegenstimmen. Kunst in der DDR 1976-1989“ von 16. Juli bis 26. September 2016 in Martin-Gropius-Bau Berlin vertreten.
Vernissage der Ausstellung  15. Juli 2016, 19 Uhr

Foto: André Wirsig

„Ab nach Tunis“, die neue Ausstellung über die Reise von August Macke, Paul Klee und Louis Moilliet nach Tunesien, wird am 1. April im Lügenmuseum eröffnet. Es werden Reisebrieftaschen der Expressionisten gezeigt und ein sensationeller Fund aus dem Archiv des Lügenmuseums.

Die Ausstellung „Ab nach Tunis“ knüpft an der Ausstellung „Nach Ägypten“ mit Gemälden von Max Slevogt 1914 und von Paul Klee 1928/29 von ihrer Reise nach Ägypten an, welche 2014 im Albertinum Dresden gezeigt wurde.
Während einer dreiwöchigen Reise von August Macke (1887 – 1914), Paul Klee (1879–1940) und Louis Moilliet (1880 – 1962) nach Tunesien (1914) schufen die Maler, überwältigt von der Fülle und Fremdheit des Erlebten, zahlreiche beeindruckende Bilder. Die Reise führte über die Schweiz, Marseille, Sidi- Bou-Said, Karthago, Hammamet, Kairouan. Die Bilder von August Macke strahlen die “Seligkeit der Farben” aus, nach der Macke gesucht hat. Für Klee brachte diese Reise den Durchbruch zur Malerei. Klee führte ein Tagebuch und beschrieb die Einfahrt nach Tunis:

„Die Sonne von einer finsteren Kraft. Die farbige Klarheit am Lande verheißungsvoll…“

Sie malten in einem Schaffensrausch, inspiriert von den Farben Afrikas. Jedoch gingen ihnen gegen Ende der Reise die Malgründe aus. Sie malten auf allen improvisierten Malgründen weiter, die ihnen zwischen die Finger kam. Überliefert wurden ihre Brieftaschen, die nun erstmalig im Lügenmuseum der Öffentlichkeit präsentiert werden. Neben August Macke und Paul Klee werden auch vergleichbare Arbeiten von Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel und Wassily Kandinsky auf ihren Brieftaschen gezeigt. Die Skizze von Franz Mark, auf dessen Grundlage „Der Turm der blauen Pferde“ entstanden ist, wird auch in diesem Zugsamenhang präsentiert. Dieses Bild ist seit 1945 leider verschollen, so gilt diese Malerei auf einer Brieftasche als wahre Sensation.

"Ab nach Tunis!" Foto: Dorota Zabka, Lügenmuseum, 2016

„Ab nach Tunis!“ – Sonderausstellung im Lügenmuseum, Foto: Dorota Zabka, Lügenmuseum 2016

Ausstellung „Ab nach Tunis“ vom 2. April bis 31. August 2016

Eröffnung 1. April 2016 um 19 Uhr

Geöffnet: Samstag und Sonntag, Ferien und Feiertagen 13 – 18 Uhr

Die Sammlung „Reiseskizzen der Expressionisten“ ist  eine wahre Sensation.  Auf einem Flohmarkt in Polen entdeckte man kleine Bilder auf alltäglichen Unterlagen wie Brieftaschen und Portemonnaies.

Später fand man heraus, dass es sich um Reiseskizzen bekannter Expressionisten handelt. Im laufe der Jahre führte man weitere Werke dieser ungewöhnlichen Sammlung zu. Diese Skizzen entstanden auf den Reisen der Künstler und in Ermangelung eines Malgrundes entwarfen die Künstler ihre Ideen einfach auf ihren Brieftaschen oder was ihnen sonst zwischen die Finger kam. Das sensationelle daran ist, dass diese Entwürfe bekannter Maler, deren Werke für Millionen auf internationalen Auktionen versteigert werden nun erstmalig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Darunter befindet sich eine Skize von Franz Mark, auf desen Grundlage „Der Turm der blauen Pferde“ 1913 entstanden ist. Da der Bild seit 1945 bis heute leider verschollen ist, gilt die gefundene Brieftasche als wahre Sensation.

Emma v. Hohenbüssow

Süßer die Kassen nie klingeln! – eine Ausstellung „sinnloser Weihnachtsgeschenke“ im Lügenmuseum Radebeul, denn – alles ist ersetzbar, nur überflüssiges nicht.

Überall auf der Welt verweigern sich immer mehr Menschen dem allgegenwärtigen Stress des Konsums. Fast die Hälfte der gekauften Waren wird nie benutzt. Die modernen Gesellschaften leiden inzwischen unter Reizüberflutung und man könnte fast sagen: Konsumverstopfung.

Im Lügenmuseum können sich Konsumkritiker vom Konsumrausch erholen. Sie finden einen Ort für kreative Konsumkritik.

Die Betreiber des Lügenmuseums entdeckten auf dem Boden eines Gutshauses in der brandenburgischen Provinz einen Haufen unausgepackter Schachteln und Päckchen. Es stellte sich heraus, dass Emma von Hohenbüssow, die Gründerin des Lügenmuseums, all ihr Leben lang die Weihnachtsgeschenke direkt auf den Boden gebracht hatte, um sie dort zu vergessen. Sie hatte viele ihrer Weihnachtsgeschenke nicht einmal ausgepackt. So entstand eine beachtliche Sammlung, die nun im Lügenmuseum gezeigt wird.

Beim Anblick der überfüllten Räume ereilt die Besucher ein leichter Schauer und heiteres Erbarmen. Gesammelt, weggeworfen, wieder gefunden, verschenkt und immer wieder repariert – an den Objekten kann man sich satt sehen und das eigene Kaufverhalten humorvoll reflektieren. Die Darstellung ist krass, voll hintergründiger Klippen mit einer unglaublichen Kreativität.

Man kann sich über das sinnlose Zeug wundern, über den Einfallsreichtum staunen oder sich mit „leuchtenden Kinderaugen“ von den „sinnlosen Weihnachtsgeschenken“ verzaubern lassen. Das Herz läuft über und doch verlassen die Besucher erleichtert das Haus.

Die Ausstellung Sinnlose Weihnachtsgeschenke bezieht sich auf den „Kauf-Nix-Tag“ (eng. „Buy Nothing Day“), eine Idee des kanadischen Künstlers Ted Dave. Sie regt zum Nachdenken über das eigene Konsumverhalten und die weltweiten Auswirkungen an. Sie plädiert für eine Mischung aus Reparieren, Teilen und einfach: weniger Konsum.

Richard v. Gigantikow

Esklickt, klackt und klappert, es dreht sich, zappelt und leuchtet…
Die Ausstellung Wunderforschung ist ein skurriles Kunstkabinett voller rätselhafter Gebilde. Mechanische Apparate, multimediale Installationen und magische Alltagsfundstücke ladeb uns ein, mit kindlicher Neugier die wundersamen Urprinzipien unserer Welt zu erforschen. Das Universum wird in den kleinen Dingen betrachtbar.

Die Idee der Kunst- und Wunderkammer als eine Weiterentwicklung des Kuriositätenkabinetts (Panoptikum) erlebte seine Hochphase in der Spätrenaissance und im Barock. Man versuchte die Weltanschauung und den Wissensstand jeweiliger Zeit auf spektakuläre Weise darzustellen. Ausgestellt wurden kostbare Kunstwerke (Artificialia), seltene Naturalien (Naturalia), wissenschaftliche Instrumente (Scientifica), Exponate aus fremden Kulturen (Exotica) und unerklärliche Dinge (Mirabilia). Mit Beginn des 19. Jahrhunderts wurden diese Ausstellungsobjekte in spezialisierte wissenschaftliche Sammlungen gegeben und die Kunst- und Wunderkabinette aufgelöst.
Seit einigen Jahren zeigt sich wieder eine museale Tendenz zur Wunderkammer.

Die Ausstellung Wunderforschung verbindet das große, universale und enzyklopädische Modell mit dem Kleinen, den Alltagsfundstücken, den individuellen Geschichten und den verflochtenen Wegen der künstlerischen Recherche.

Sie wird das wilde Denken der Findenden aufgreifen, banale Stücke in neuen Konstellationen sowie wundersame und erstaunliche Gebilde zeigen, schließlich Objekte und Filme, die Geschichten erzählen.

Vernissage am 4. Dezember um 20 Uhr mit Fassadenprojektion von Philipp Baumgarten und mit Musik von Irina Naudszus (französische Ziehharmonika).

Es stellen aus:
David Campesino
Robert Frenzel
Anna Mateur
Annette Munk
Erwin Stache
Katrin Süss
Jim Whiting
Sebastian Quiroz
Reinhard Zabka
Pomona Zipser

In Kooperation mit dem Lügenmuseum Radebeul
Kurator: Richard v. Gigantikow

HOLE OF FAME
Königsbrücker Str. 39
01099 Dresden

SKSDresden

Nach der Untergrundausstellung „unverbesserlich ’89“ in 2014 im historischen Tanzsaal vom Gasthof Serkowitz nun der 2. Teil: Labyrinth Deutsche Einheit.

Mit Taschenlampe zu erleben: Das Labyrinth Deutsche Einheit im Lügenmuseum · Foto: André Wirsig · © Lügenmuseum 2015

Der künstlerische Anspruch für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in der Stadt Leipzig endete in einer Kollision der politisch – instrumentellen Interessen. Am 16. Mai 2014 stoppte Oberbürgermeister Burkhard Jung den Wettbewerb.

Der Konflikt mit vielfältigen Instrumentalisierungsansprüchen, diffusen Volksmeinungen, politischen Antipathien und geschmacklichen Urteilen schädigte die Idee erheblich. Für das geplante „Freiheits- und Einheitsdenkmal“ in Berlin gab am 13. April 2011 Kulturstaatsminister Bernd Neumann den endgültigen Sieger bekannt: den Gemeinschaftsentwurf von Johannes Milla und Partner (Stuttgart) und Shasha Waltz (Berlin). Für das Denkmal, das auf dem Berliner Schlossplatz errichten werden soll, fehlten repräsentative Aussagen von Bürgerrechtlern und Demonstranten des Herbstes 1989. Es sparte die Probleme, das Knirschen und ja, auch die gefühlte Marginalisierung vieler Ostdeutscher aus. Der Entwurf wurde mit viel Gemauschel und ganz ohne Bürgerbeteiligung zum Sieger gekürt und erntete Hohn und Häme. Die Leute fühlten sich verschaukelt.

Joseph Beuys wollte den überkommenen Denkmalbegriff sprengen und dessen Starre überwinden. Von ihm stammt der Begriff der „sozialen Plastik“. Es bedarf keiner – und schon gar keiner millionenteueren – Installation, meinte Beuys, um denken anzuregen und dadurch soziale Plastiken hervorzubringen.

In dieser Vorstellung von Beuys ist auch das hier beantragte Projekt einzugliedern. Das Labyrinth der Einheit involviert sowohl Künstler verschiedener Herkunft, mit unterschiedlichem Hintergrund und aus unterschiedlichen Sparten als auch interessierte Bürger und die Besucher.

Die Einheit ist nicht abgeschlossen und die Teilung nicht überwunden, denn die Vorurteile auf beiden Seiten der Elbe wollen nicht verschwinden.

Das unabhängige Wirken ausgegrenzter Künstler im Osten bereitete mit dem Weg zur friedlichen Revolution und zum Mauerfall und schließlich zur Deutschen Einheit. Heute möchte diese Ausstellung Toleranz vermitteln, sie wird helfen, Frustration und Ablehnung in Kreativität umzuformen. Das Labyrinth der Deutschen Einheit wird zum einem zeitgenössischen Wandelgang, einem Kreuzgang durch die Geschichte der Wiedervereinigung.

Das Labyrinth zeigt das Prozesshafte der Einheit, den Blick aus verschiedenen Perspektiven. Erinnerungsrituale, Instrumentalisierung und Deutungshoheit der Geschichte werden in eine zeitgenössische Form übersetzt hin zu einem differenzierten Erinnern. Mit vermittelnden Argumentationen verweist das Kunstprojekt auf das Grundprinzip einer demokratischen Kunstauffassung.

Richard v. Gigantikow

Beteiligte Künstler: Anthony Beilby (AUS), David Campesino (E), Sophie Cau (F), Richard von Gigantikow, Roland Gorlsleben, Martin Hoffmann, Holger John, Klaus Liebscher, Manuel Lütgenhorst, Reiner Müller, Olaf und Simone Spillner, Katrin Süss, Pomona Zipser

Ausstellungsort:  Lügenmuseum, Gasthof Serkowitz
Ausstellungsdauer:  12. 09. – 29. 12. 2015

Gefördert und Unterstützt durch:

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Der Lößnitzbach ist ausgetrocknet. Bei Aufräumungsarbeiten im trockenen Bach hinter dem historischen Gasthof Serkowitz wurde eine Scheibe mit einem Durchmesser von ca. 30 cm gefunden. Noch kann man auf dem Fundstück nicht viel erkennen, aber der sensationelle Fund wurde sogleich als Himmelsscheibe von Serkowitz getauft.

Serkowitz feiert dieses Jahr sein 700 jähriges Jubiläum und geht vermutlich auf einen alten keltischen Kultplatz zurück. In der Gemarkung Serkowitz wurden bereits slawische Scherben und ein 4.000 Jahre altes Tongefäß gefunden. Derzeit wird das originale Fundstück im Lügenmuseum präsentiert und es ist empfehlenswert, diese Gelegenheit zu nutzen, bevor das Fundstück für Jahre zu archäologischen Untersuchungen und Restaurierungen in den Labors verschwindet. Erst dann kann der unschätzbare Wert benannt werden.

Das Lügenmuseum handelt von Wahrheiten und Illusionen, die keinen praktischen Nutzen haben und deswegen besonders wichtig sind. Ansonsten ist das Lügenmuseum zwischen Karl May Museum, Albertinum und Grünem Gewölbe das ideale Ausflugsziel für die ganze Familie. Die Gäste werden mit einem Lügentee begrüßt.

Richard v. Gigantikow