Pieschener „Buddelflink“ – Kinder stellen im Lügenmuseum aus

In den vergangenen Wochen wurden sie zu wahren „Mülldetektiven“: Die Jungen und Mädchen der kommunalen Kita „Buddelflink“ aus Pieschen präsentieren ihre Recycling-Kunstwerke im Radebeuler Lügenmuseum, Kötzschenbrodaer Straße 39.

Die Eröffnung dazu findet am Freitag, 3.Juni , von 10 bis 11 Uhr, statt. Kinder, Eltern und Interessierte sind zur Projektausstellung ebenfalls herzlichj willkommen und eingeladen. Die Ausstellung ist weiterhin an den Wochenenden des 4. und 5. Juni aowie des 11. und 12. Juni jewils von 13 bis 18 Uhr zu besichtigen.

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Enzo (5) hat aus alten Plastikflasche eine Weltraumrakete gebaut.
Foto: André Wirsig

Lia (5, links) und Lucy (5) zeigen ihre gebastelte Puppe „Elsa“. Vorstellung der kleinen Sonderschau „Der Wegwerfgesellschaft auf der Spur“ mit Kunstobjekten aus Recyclingmaterialien am 03. Juni 2016 im Lügenmuseum Radebeul. Die Kinder der städtischen Kindertagesstätte „Buddelflink“ in Dresden-Pieschen beteiligen sich an der deutschlandweiten Aktion zur Müllvermeidung und zeigen vom 3. bis 12. Juni 2016 ihre Kunstobjekte im Lügenmuseum Radebeul. Foto: André Wirsig

Lia (5, links) und Lucy (5) zeigen ihre gebastelte Puppe „Elsa“. 
Foto: André Wirsig

Anlässlich des Weltumwelttags am 5. Juni setzt die komunale Dresdner Kindertageseinrichtung wie 650 weitere Einrichtungen in Deutschland ein Zeichen gegen Wegwerfplastik und für mehr Ressourcenschutz. Die Kita-Leiterin Katrin Herrmann ist begeistert von der Aktion: „Die Mädchen und Jungen konnten durch dieses Projekt ihren Ideen freien Lauf lassen und haben dabei viele interessante Wege zur Müllvermeidung und kreative Möglichkeiten zum Umgang mit Müll gesammelt“. So entstanden aus alltäglichen Gegenständen, die einst für die Mülltonne gedacht waren, fantasievolle Objekte wie Roboter, Boote und Raketen. Die Kita ermöglich den Kindern damit einen kreativen Ansatz zur Bildungsarbeit und leistet einen wertvollen Beitrag zur Ressourcenschonung.

Die Akton „Mülldetektive – Kita-Kinder werden aktiv“ wurde durch die Hamburger Save Our Future-Umweltstiftung ins Leben gerufen und unterstützen zahlreiche ähnliche Aktivitäten in Kitas rund um das Thema Ressourcenschutz.

Fotos: André Wirsig
Quelle: Dresdner Amtsblatt, 22/2016

Das Museum des Monats befindet sich in Radebeul. Die Image-Kampagne des Freistaats „So geht sächsisch“ stellt das Lügenmuseum vor.

Dem 700 Jahre alten Gasthof Serkowitz sieht man nicht an, dass sich darin eines der außergewöhnlichsten Museen im deutschsprachigen Raum befindet – das Lügenmuseum. Es lockt mit anheimelnden Räumen voller Sehnsucht und Sammellust, die eine Begegnung mit Privatem vortäuschen und mit „heimlich“ und „unheimlich“ changierenden Wechselbädern verunsichert. Die Besucher können den Wandel der künstlerischen Eroberungen von der Collage, Assemblage, über das Environment zum Künstlermuseum verfolgen, vom Kunstwerk als Sammelobjekt zur Sammlung als Kunstwerk. Die virtuosen „Lügen“ der kunstvollen Wunderkammern sind dabei immer als solche zu erkennen.

Das Lügenmuseum handelt von Wahrheiten und Illusionen, die keinen praktischen Nutzen haben. Zwischen Karl May, dem phantastischer Erzähler und den Gegenstimmen der DDR, wo die Macht der Phantasie im Angesicht der Zensur erlebbar wird, ist das Lügenmuseum ein ideales Ausflugsziel für die ganze Familie.

Das Lügenmuseum ist in der Ausstellung „Gegenstimmen. Kunst in der DDR 1976-1989“ von 16. Juli bis 26. September 2016 in Martin-Gropius-Bau Berlin vertreten.
Vernissage der Ausstellung  15. Juli 2016, 19 Uhr

Foto: André Wirsig

„Ab nach Tunis“, die neue Ausstellung über die Reise von August Macke, Paul Klee und Louis Moilliet nach Tunesien, wird am 1. April im Lügenmuseum eröffnet. Es werden Reisebrieftaschen der Expressionisten gezeigt und ein sensationeller Fund aus dem Archiv des Lügenmuseums.

Die Ausstellung „Ab nach Tunis“ knüpft an der Ausstellung „Nach Ägypten“ mit Gemälden von Max Slevogt 1914 und von Paul Klee 1928/29 von ihrer Reise nach Ägypten an, welche 2014 im Albertinum Dresden gezeigt wurde.
Während einer dreiwöchigen Reise von August Macke (1887 – 1914), Paul Klee (1879–1940) und Louis Moilliet (1880 – 1962) nach Tunesien (1914) schufen die Maler, überwältigt von der Fülle und Fremdheit des Erlebten, zahlreiche beeindruckende Bilder. Die Reise führte über die Schweiz, Marseille, Sidi- Bou-Said, Karthago, Hammamet, Kairouan. Die Bilder von August Macke strahlen die “Seligkeit der Farben” aus, nach der Macke gesucht hat. Für Klee brachte diese Reise den Durchbruch zur Malerei. Klee führte ein Tagebuch und beschrieb die Einfahrt nach Tunis:

„Die Sonne von einer finsteren Kraft. Die farbige Klarheit am Lande verheißungsvoll…“

Sie malten in einem Schaffensrausch, inspiriert von den Farben Afrikas. Jedoch gingen ihnen gegen Ende der Reise die Malgründe aus. Sie malten auf allen improvisierten Malgründen weiter, die ihnen zwischen die Finger kam. Überliefert wurden ihre Brieftaschen, die nun erstmalig im Lügenmuseum der Öffentlichkeit präsentiert werden. Neben August Macke und Paul Klee werden auch vergleichbare Arbeiten von Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel und Wassily Kandinsky auf ihren Brieftaschen gezeigt. Die Skizze von Franz Mark, auf dessen Grundlage „Der Turm der blauen Pferde“ entstanden ist, wird auch in diesem Zugsamenhang präsentiert. Dieses Bild ist seit 1945 leider verschollen, so gilt diese Malerei auf einer Brieftasche als wahre Sensation.

"Ab nach Tunis!" Foto: Dorota Zabka, Lügenmuseum, 2016

„Ab nach Tunis!“ – Sonderausstellung im Lügenmuseum, Foto: Dorota Zabka, Lügenmuseum 2016

Ausstellung „Ab nach Tunis“ vom 2. April bis 31. August 2016

Eröffnung 1. April 2016 um 19 Uhr

Geöffnet: Samstag und Sonntag, Ferien und Feiertagen 13 – 18 Uhr

Die Sammlung „Reiseskizzen der Expressionisten“ ist  eine wahre Sensation.  Auf einem Flohmarkt in Polen entdeckte man kleine Bilder auf alltäglichen Unterlagen wie Brieftaschen und Portemonnaies.

Später fand man heraus, dass es sich um Reiseskizzen bekannter Expressionisten handelt. Im laufe der Jahre führte man weitere Werke dieser ungewöhnlichen Sammlung zu. Diese Skizzen entstanden auf den Reisen der Künstler und in Ermangelung eines Malgrundes entwarfen die Künstler ihre Ideen einfach auf ihren Brieftaschen oder was ihnen sonst zwischen die Finger kam. Das sensationelle daran ist, dass diese Entwürfe bekannter Maler, deren Werke für Millionen auf internationalen Auktionen versteigert werden nun erstmalig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Darunter befindet sich eine Skize von Franz Mark, auf desen Grundlage „Der Turm der blauen Pferde“ 1913 entstanden ist. Da der Bild seit 1945 bis heute leider verschollen ist, gilt die gefundene Brieftasche als wahre Sensation.

Emma v. Hohenbüssow

Süßer die Kassen nie klingeln! – eine Ausstellung „sinnloser Weihnachtsgeschenke“ im Lügenmuseum Radebeul, denn – alles ist ersetzbar, nur überflüssiges nicht.

Überall auf der Welt verweigern sich immer mehr Menschen dem allgegenwärtigen Stress des Konsums. Fast die Hälfte der gekauften Waren wird nie benutzt. Die modernen Gesellschaften leiden inzwischen unter Reizüberflutung und man könnte fast sagen: Konsumverstopfung.

Im Lügenmuseum können sich Konsumkritiker vom Konsumrausch erholen. Sie finden einen Ort für kreative Konsumkritik.

Die Betreiber des Lügenmuseums entdeckten auf dem Boden eines Gutshauses in der brandenburgischen Provinz einen Haufen unausgepackter Schachteln und Päckchen. Es stellte sich heraus, dass Emma von Hohenbüssow, die Gründerin des Lügenmuseums, all ihr Leben lang die Weihnachtsgeschenke direkt auf den Boden gebracht hatte, um sie dort zu vergessen. Sie hatte viele ihrer Weihnachtsgeschenke nicht einmal ausgepackt. So entstand eine beachtliche Sammlung, die nun im Lügenmuseum gezeigt wird.

Beim Anblick der überfüllten Räume ereilt die Besucher ein leichter Schauer und heiteres Erbarmen. Gesammelt, weggeworfen, wieder gefunden, verschenkt und immer wieder repariert – an den Objekten kann man sich satt sehen und das eigene Kaufverhalten humorvoll reflektieren. Die Darstellung ist krass, voll hintergründiger Klippen mit einer unglaublichen Kreativität.

Man kann sich über das sinnlose Zeug wundern, über den Einfallsreichtum staunen oder sich mit „leuchtenden Kinderaugen“ von den „sinnlosen Weihnachtsgeschenken“ verzaubern lassen. Das Herz läuft über und doch verlassen die Besucher erleichtert das Haus.

Die Ausstellung Sinnlose Weihnachtsgeschenke bezieht sich auf den „Kauf-Nix-Tag“ (eng. „Buy Nothing Day“), eine Idee des kanadischen Künstlers Ted Dave. Sie regt zum Nachdenken über das eigene Konsumverhalten und die weltweiten Auswirkungen an. Sie plädiert für eine Mischung aus Reparieren, Teilen und einfach: weniger Konsum.

Richard v. Gigantikow

Die Ausstellung Wunderforschung verbindet das große, universale und enzyklopädische Modell mit dem Kleinen, den Alltagsfundstücken, den individuellen Geschichten und den verflochtenen Wegen der künstlerischen Recherche.

Sie wird das wilde Denken der Findenden aufgreifen, banale Stücke in neuen Konstellationen sowie wundersame und erstaunliche Gebilde zeigen, schließlich Objekte und Filme, die Geschichten erzählen.

Vernissage am 4. Dezember um 20 Uhr mit Fassadenprojektion von Philipp Baumgarten und mit Musik von Irina Naudszus (französische Ziehharmonika).

David Campesino, Robert Frenzel, Anna Mateur, Annette Munk, Erwin Stache, Katrin Süss, Jim Whiting, Reinhard Zabka, Pomona Zipser

In Kooperation mit dem Lügenmuseum Radebeul
Kurator: Richard v. Gigantikow

HOLE OF FAME
Königsbrücker Str. 39
01099 Dresden

SKSDresden

Nach der Untergrundausstellung „unverbesserlich ’89“ in 2014 im historischen Tanzsaal vom Gasthof Serkowitz nun der 2. Teil: Labyrinth Deutsche Einheit.

Mit Taschenlampe zu erleben: Das Labyrinth Deutsche Einheit im Lügenmuseum · Foto: André Wirsig · © Lügenmuseum 2015

Der künstlerische Anspruch für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in der Stadt Leipzig endete in einer Kollision der politisch – instrumentellen Interessen. Am 16. Mai 2014 stoppte Oberbürgermeister Burkhard Jung den Wettbewerb.

Der Konflikt mit vielfältigen Instrumentalisierungsansprüchen, diffusen Volksmeinungen, politischen Antipathien und geschmacklichen Urteilen schädigte die Idee erheblich. Für das geplante „Freiheits- und Einheitsdenkmal“ in Berlin gab am 13. April 2011 Kulturstaatsminister Bernd Neumann den endgültigen Sieger bekannt: den Gemeinschaftsentwurf von Johannes Milla und Partner (Stuttgart) und Shasha Waltz (Berlin). Für das Denkmal, das auf dem Berliner Schlossplatz errichten werden soll, fehlten repräsentative Aussagen von Bürgerrechtlern und Demonstranten des Herbstes 1989. Es sparte die Probleme, das Knirschen und ja, auch die gefühlte Marginalisierung vieler Ostdeutscher aus. Der Entwurf wurde mit viel Gemauschel und ganz ohne Bürgerbeteiligung zum Sieger gekürt und erntete Hohn und Häme. Die Leute fühlten sich verschaukelt.

Joseph Beuys wollte den überkommenen Denkmalbegriff sprengen und dessen Starre überwinden. Von ihm stammt der Begriff der „sozialen Plastik“. Es bedarf keiner – und schon gar keiner millionenteueren – Installation, meinte Beuys, um denken anzuregen und dadurch soziale Plastiken hervorzubringen.

In dieser Vorstellung von Beuys ist auch das hier beantragte Projekt einzugliedern. Das Labyrinth der Einheit involviert sowohl Künstler verschiedener Herkunft, mit unterschiedlichem Hintergrund und aus unterschiedlichen Sparten als auch interessierte Bürger und die Besucher.

Die Einheit ist nicht abgeschlossen und die Teilung nicht überwunden, denn die Vorurteile auf beiden Seiten der Elbe wollen nicht verschwinden.

Das unabhängige Wirken ausgegrenzter Künstler im Osten bereitete mit dem Weg zur friedlichen Revolution und zum Mauerfall und schließlich zur Deutschen Einheit. Heute möchte diese Ausstellung Toleranz vermitteln, sie wird helfen, Frustration und Ablehnung in Kreativität umzuformen. Das Labyrinth der Deutschen Einheit wird zum einem zeitgenössischen Wandelgang, einem Kreuzgang durch die Geschichte der Wiedervereinigung.

Das Labyrinth zeigt das Prozesshafte der Einheit, den Blick aus verschiedenen Perspektiven. Erinnerungsrituale, Instrumentalisierung und Deutungshoheit der Geschichte werden in eine zeitgenössische Form übersetzt hin zu einem differenzierten Erinnern. Mit vermittelnden Argumentationen verweist das Kunstprojekt auf das Grundprinzip einer demokratischen Kunstauffassung.

Richard v. Gigantikow

Beteiligte Künstler: Anthony Beilby (AUS), David Campesino (E), Sophie Cau (F), Richard von Gigantikow, Roland Gorlsleben, Martin Hoffmann, Holger John, Klaus Liebscher, Manuel Lütgenhorst, Reiner Müller, Olaf und Simone Spillner, Katrin Süss, Pomona Zipser

Ausstellungsort:  Lügenmuseum, Gasthof Serkowitz
Ausstellungsdauer:  12. 09. – 29. 12. 2015

Gefördert und Unterstützt durch:

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Der Lößnitzbach ist ausgetrocknet. Bei Aufräumungsarbeiten im trockenen Bach hinter dem historischen Gasthof Serkowitz wurde eine Scheibe mit einem Durchmesser von ca. 30 cm gefunden. Noch kann man auf dem Fundstück nicht viel erkennen, aber der sensationelle Fund wurde sogleich als Himmelsscheibe von Serkowitz getauft.

Serkowitz feiert dieses Jahr sein 700 jähriges Jubiläum und geht vermutlich auf einen alten keltischen Kultplatz zurück. In der Gemarkung Serkowitz wurden bereits slawische Scherben und ein 4.000 Jahre altes Tongefäß gefunden. Derzeit wird das originale Fundstück im Lügenmuseum präsentiert und es ist empfehlenswert, diese Gelegenheit zu nutzen, bevor das Fundstück für Jahre zu archäologischen Untersuchungen und Restaurierungen in den Labors verschwindet. Erst dann kann der unschätzbare Wert benannt werden.

Das Lügenmuseum handelt von Wahrheiten und Illusionen, die keinen praktischen Nutzen haben und deswegen besonders wichtig sind. Ansonsten ist das Lügenmuseum zwischen Karl May Museum, Albertinum und Grünem Gewölbe das ideale Ausflugsziel für die ganze Familie. Die Gäste werden mit einem Lügentee begrüßt.

Richard v. Gigantikow