1. Die erste Pflicht des Lügens besteht darin, so künstlich wie möglich zu sein.
  2. Worin die zweite Pflicht besteht, hat noch niemand herausgefunden. Oskar Wilde
  3. Sei nicht ehrlicher zu den Menschen, als sie es erwarten.
  4. Wenn Du „Ich bin verlogen“ sagst, sei ehrlich.
  5. Glaube nicht alles, was Du hörst und schlafe soviel, wie Du willst.
  6. Glaube an die Lüge auf den ersten Blick und lerne deine Lieblingslüge auswendig.
  7. Sprich langsam, aber denke schnell und lüge, denn die Lüge hat eine unermeßliche Macht.
  8. Lache nicht über anderer Leute Ehrlichkeit, denn es bedarf großer Kraft, ständig Wahrheiten über sich ergehen zu lassen und nicht daran zu verzweifeln.
  9. Lüge tief und leidenschaftlich. Du kannst Dich dadurch zwar verletzen, aber es ist der einzige Weg, das Leben vollkommen zu leben.
  10. Beurteile die Wahrhaftigkeit eines Menschen auch dadurch, wie gut er lügen kann.
  11. Bedenke, dass große Lügen und große Liebschaften mit Risiken einhergehen.
  12. Die Kunst des Lügens ist die Kunst des Redens. Benutze keine Schimpfwörter!
  13. Lüge, als hätte Dich noch nie jemand verletzt, denn das Gegenteil einer Lüge ist ebenso wahr.
  14. Einer hat mal irgendwo gesagt: „Wenn Du belogen wurdest, behalte die Lektion“.
  15. Denke an die 3 L’s: Lüge für Dich selbst. Lüge auf Kosten Deines Nächsten. Und lüge, als würdest du die nächste Woche nicht mehr erleben.
  16. Lasse nicht zu, dass ein kleines Mißgeschick eine große Lüge zerstört.
  17. Wenn Dir bewusst wird, einen Fehler begangen zu haben, suche nach einer Notlüge.
  18. Lüge am Telefon, denn die Person, mit der Du sprichst, kann Dir nichts anhaben.
  19. Arbeite, als würdest Du kein Geld brauchen und verbringe mehr Zeit mit Lügen.
  20. Führe Tagebuch über Deine Lügen, denn wenn Du dann alt bist, kannst Du zurückblicken und sie noch einmal genießen.
  21. Teile Deine Lügen mit anderen, denn so kannst Du Unsterblichkeit erlangen.
  22. Habe Vertrauen in Gott, aber beginne den Tag nicht mit dem Abwasch von gestern.
  23. Sei aufmerksam bei Auseinandersetzungen mit verlogenen Menschen, denn sie können gewitzter sein als Du.
  24. Die Wahrheit ist nur ein Standpunkt und Neid ist die höchst Form sozialer Anerkennung.
  25. Lüge, als wäre das Paradies auf Erden, aber vergesse nicht, zwischen den Zeilen zu lesen.
  26. Öffne dich für neue Lügen, aber gebe Deine eigene Werte nicht auf.
  27. Bedenke, dass eine Lüge, auf die man hereinfallen ist, einen Glücksfall bedeuten kann.
  28. Genieße die Lüge und die Kochkunst mit aller Hingabe. Lügen ist zwar nicht das Brot, aber der Wein des Lebens.
  29. Denke daran, dass die beste Beziehung diejenige ist, in der die Partner sich gegenseitig hemmungslos belügen können.
  30. Falls Du diese Nachricht liest, bist du doppelt gesegnet, denn Du kannst lesen und jemand hat an Dich gedacht.
  31. Wenn Du viel Geld verdienst, benutze es, um das Lügenmuseum zu Deinen Lebzeiten zu unterstützen, denn dies ist die höchste Befriedigung (Absolution), die Geld Dir schenken kann.
  32. Die Lüge im Dienste der Wahrheit wächst den Staub des Alltags von den Sternen.

Richard von Gigantikow

Beitragsfoto: André Wirsig

Ein Katalog des Lügenmuseums sowie des gesamten künstlerischen Schaffens des Richard v. Gigantikow.

In Text und Bild wird man in phantastische Welten entführt. Stationen dabei sind unter anderem das Kunsthaus Babe, das Lügenmuseum in Kyritz an der Knatter und jetzt im historischen Gasthof Serkowitz in Radebeul. Es werden Ausstellungen und Kunstaktionen in Bali und Bangkok vorgestellt und die hölzernen Labyrinthe, die zum Finale des Radebeuler Herbst- und Weinfestes in Flammen aufgehen.

Der Fotograf André Wirsig hat jahrelang die Entwicklung mit inspirierenden Bildern verfolgt. Sie zeigen die Räume und Installationen einer unerschöpflichen bildkünstlerischen Erfindungskraft des Künstlers Richard von Gigantikow.

Thälmanns Büste in der Straße des Sozialismus. Installation von Reinhard Zabka im Lügenmuseum Radebeul-Serkowitz, fotografiert am 25. März 2013
Foto: André Wirsig • © Lügenmuseum 2016

In dem Katalog können die Leser in das Paralelluniversum des Lügenmuseums einsteigen und nachgelesen.

Ideen und Geschichten werden mit eindrucksvollen Bildern von Festivals und vom Feurigen Finale des radebeuler Weinfestes bereichert.

Mit zahlreichen Fotos von André Wirsig, Jan Oelker, Amac Garbe, Dietmar Gust und Harald Hauswald.

Broschüre, 104 Seiten, durchgehend farbig, ISBN 978-3-940200-87-7
Notschriften-Verlag, 2014

Blick ins Buch

Die Gesamtkosten betrugen 4.500 €.
500 € kamen von Stadt Radebeul.
Der Verein kunst der lüge e.V. konnte das Vorhaben mit 2.000 € unterstützen.
Dank einer erfolgreichen Crowdfunding Kampagne bei Startnext kamen noch die 2.000 € dazu.
Vielen Dank an alle Unterstützer!

Der Katalog wurde gefördert durch:
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Die Sammlung „Reiseskizzen der Expressionisten“ ist  eine wahre Sensation.  Auf einem Flohmarkt in Polen entdeckte man kleine Bilder auf alltäglichen Unterlagen wie Brieftaschen und Portemonnaies.

Später fand man heraus, dass es sich um Reiseskizzen bekannter Expressionisten handelt. Im laufe der Jahre führte man weitere Werke dieser ungewöhnlichen Sammlung zu. Diese Skizzen entstanden auf den Reisen der Künstler und in Ermangelung eines Malgrundes entwarfen die Künstler ihre Ideen einfach auf ihren Brieftaschen oder was ihnen sonst zwischen die Finger kam. Das sensationelle daran ist, dass diese Entwürfe bekannter Maler, deren Werke für Millionen auf internationalen Auktionen versteigert werden nun erstmalig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Darunter befindet sich eine Skize von Franz Mark, auf desen Grundlage „Der Turm der blauen Pferde“ 1913 entstanden ist. Da der Bild seit 1945 bis heute leider verschollen ist, gilt die gefundene Brieftasche als wahre Sensation.

Emma v. Hohenbüssow

Das Land Sachsen ist in dem neuen Museumsführer „Museum Kuriosum“ über ungewöhnliche Museen in Deutschland durch das Lügenmuseum vertreten.

Museum Kuriosum. Ungewöhnliche Museen in Deutschland
ISBN: 9783739241623
156 Seiten, Paperback, € 11,90

Der erste Führer seiner Art beschreibt 35 ganz ungewöhnliche Museen in Deutschland und ist mit zahlreichen farbigen Abbildungen und allen Kontaktdaten sowie den wichtigsten Informationen zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen versehen. Der soeben erschienene Museumsführer „Museum Kuriosum“ ist im Handel und in zahlreichen Onlineshops erhältlich. .
Klappentext: Was wird im Schnarch-Museum gezeigt? Welche Exponate finden sich im Lügenmuseum und sind die Räume des Luft-Museums wirklich leer?

Freiwillig hätte das Lügenmuseum sich nicht unter die Kuriositäten einordnen lassen. Erstens: welcher Künstler oder Museumsleiter möchte sich schon als wunderlich, komisch oder skurril beschreiben lassen. Zweitens: da es sich um eine kostenfreie Werbung handelt, muss man nehmen was man bekommt. Drittens: das Kuriositätenkabinett, Teil der Wunderkammer, versammelte im 52 Mittelalter wunderliche Dinge, Fundstücke aus der Natur die nicht vom Menschen hergestellt worden waren. Also mussten sie von Gott gemacht worden sein.

Alles – außer gewöhnlich! Für Freunde des Besonderen ist dieser Museumsführer ein Muss!

..zum Shop buecher.de..

Foto: André Wirsig

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Was ist ein cooles Museum?
Über 600 Gäste besuchten in den Winterferien 2016 das Lügenmuseum. Eintragungen aus dem Besucherbuch 2016:

Das Lügenmuseum gehört zu den größten Sehenswürdigkeiten dieses Planeten.
Man fühlt sich wie Alice im Wunderland, doch wo ist das weiße Kaninchen?
Unglaublich, die Kreativität des lügens ist nicht zu unterschätzen.
Habe noch nie so ein wunderschönes Museum gesehen – einfach genial!
Es ist zauberhaft. Kein Museum, welches einfach abgehakt werden kann.
Eine Explosion der Kreativität – mein 49. Kindergeburtstag im Lügenparadies.
Totale Reizüberflutung auf kleinstem Raum. Der Ballsaal ist ein Hammer.
Spitzen Projekt, Super Gesamtkunstwerk! Großer Respekt, künstlerische Leistung!
Es ist das beste, interessanteste und merkwürdigste Museum, in dem ich je war.
Tolle Wiederbelebung eines todgeweihten Gebäudes. Wünschen ein langes Leben.
This is the creziest musium i have ever see in my life, and i have see quite a lot.
Das Lügenmuseum hält nicht, was es verspricht – wird sich aber gerecht.
Das habe ich mir überlegt: Applaus, Applaus!

In den Winterferien, 8. – 22. Februar 2016 ist das Lügenmuseum wieder täglich geöffnet. Es zeigt Maschinen zur Belustigung und anarchische Apparate im ironischen Leerlauf.

Winterferien im Lügenmuseum Foto: Richardt v. Gigantikow

Winterferien im Lügenmuseum · Foto: Richardt v. Gigantikow · © Lügenmuseum 2016

Das Lügenmuseum knüpft an der Wiederentdeckung der Wunderkammer, an der Erforschung der Träume, an der Art wie Ausstellungsstücke als Symbole unbewusster Erfahrungen positioniert wurden, als poetischen Welten in denen die Besucher träumend eintauchen können. Die Betrachter werden herein gelockt in anheimelnde Räume voller Sehnsucht und Sammellust, die Begegnungen mit Privatem vortäuschen, dann aber das heimliche in sein Gegenteil, das unheimliche übergehen lassen. Beim Rundgang kann der Wandel der künstlerischen Eroberungen des letzten Jahrhunderts von der Collage, Assemblage, über das Environment zum Künstlermuseum gut nachvollzogen werden, vom Kunstwerk als Sammelobjekt zur Sammlung als Kunstwerk.

Das augenzwinkernde Lügenmuseum ist ein Ausflugstipp für die ganze Familie. Elf Räume bieten witzige, abwechslungsreiche museale und pseudo-museale Ereignisse: „Einmal auf dem Sonnendeck der Titanic liegen und nicht an den Untergang denken“, „Grüße von Überall“ und „aus den Taschen vieler kleiner Jungen.“

Wie Wolken mit der Empfindung der Freiheit, ziehen all‘ die Objekte und Ideen am Betrachter durch die Räumlichkeiten.

Richard v. Gigantikow

Lügenmuseum Broschüre 2016

Es ist so weit. Das Jahr geht zu Ende und damit unsere zwei Kunstprojekte. Finissage: ach – die heimat, Kunst im öffentlichen Raum des Dorfes Serkowitz am 29. 12. 2015 um 17 Uhr.

„Da erinnern installierte Fischernetze aus filigranem Maschendraht in einem Vorgarten an die Flut und gefaltete Objekte an Segel, die der Künstler Jens Gebhardt aufstellte. (…) Auf einer Wiese vor einer Eiche auf dem Dorfanger steht eine steinerne Bank mit der märchenhaften Aufschrift „Es war einmal …“. Sie lädt ein zum Sitzen, Verweilen und Erinnern. „Mit der Bank steht etwas Bleibendes da, auch als eine Hoffnung und Vision, dass die Welt schöner wird“, sagt der junge Künstler Levi Wolffe.
Lilli Vostry, Sächsische Zeitung, 29. 12. 2015

Reusen · Arbeit von Jens Gebhard · ach – die heimat· Foto: André Wirsig · © Lügenmuseum

Bank · Arbeit von Lewi Wollfe · ach – die heimat · Foto: André Wirsig · © Lügenmuseum

Finissage: Labyrinth Deutsche Einheit, Ausstellung im Tanzsaal des Gasthofes.

„Im Obergeschoss geht die geheimnisvolle Kunstwelt weiter: Mit Taschenlampen lässt sich das „Labyrinth  Deutsche Einheit“ erkunden, das dann in der Eltern- und Großelterngeneration für Aha-Effekte sorgt: Neben den künstlerischen Statements von Holger John, Kathrin Süß und vielen anderen geht es um die große Frage: Wie viel Deutsche Einheit ist nach 25 Jahre überhaupt Realität?“
Siiri Klose, Sächsische Zeitung, 23. 12. 2015

Richard v. Gigantikow

Verliebte schweben auf Wolken von Vergnügen durch die Räumlichkeiten des Lügenmuseums.

In den Schulferien von 19. Dezember 2015 bis 3. Januar 2016 gibt es wieder eine Aktion: das Museum ist täglich geöffnet.

Verliebte wollen nicht pädagogisch belehrt und gebildet werden. Sie wollen nicht die Bedeutung der ausgestellten Dinge ergründen und auch keine Erklärungen lesen. Sie wollen sich in Wunderkammern verlieren, sich Träumen hingeben und durch Gegenwelten wandeln.

Verliebte versinken in der Betrachtung und werfen den Ballst der Bedeutung über Bord. Sie betrachten das Museum mit den Augen eines Clowns und folgen inspiriert den Spuren der Alltagsobjekte.

Oberflächlich erscheint das Lügenmuseum witzig, doch tiefgründig wirft es existentielle Fragen auf. Es handelt von Humor, Wahrheiten und Illusionen, die keinen praktischen Nutzen haben.

Richard v. Gigantikow

Süßer die Kassen nie klingeln! – eine Ausstellung „sinnloser Weihnachtsgeschenke“ im Lügenmuseum Radebeul, denn – alles ist ersetzbar, nur überflüssiges nicht.

Überall auf der Welt verweigern sich immer mehr Menschen dem allgegenwärtigen Stress des Konsums. Fast die Hälfte der gekauften Waren wird nie benutzt. Die modernen Gesellschaften leiden inzwischen unter Reizüberflutung und man könnte fast sagen: Konsumverstopfung.

Im Lügenmuseum können sich Konsumkritiker vom Konsumrausch erholen. Sie finden einen Ort für kreative Konsumkritik.

Die Betreiber des Lügenmuseums entdeckten auf dem Boden eines Gutshauses in der brandenburgischen Provinz einen Haufen unausgepackter Schachteln und Päckchen. Es stellte sich heraus, dass Emma von Hohenbüssow, die Gründerin des Lügenmuseums, all ihr Leben lang die Weihnachtsgeschenke direkt auf den Boden gebracht hatte, um sie dort zu vergessen. Sie hatte viele ihrer Weihnachtsgeschenke nicht einmal ausgepackt. So entstand eine beachtliche Sammlung, die nun im Lügenmuseum gezeigt wird.

Beim Anblick der überfüllten Räume ereilt die Besucher ein leichter Schauer und heiteres Erbarmen. Gesammelt, weggeworfen, wieder gefunden, verschenkt und immer wieder repariert – an den Objekten kann man sich satt sehen und das eigene Kaufverhalten humorvoll reflektieren. Die Darstellung ist krass, voll hintergründiger Klippen mit einer unglaublichen Kreativität.

Man kann sich über das sinnlose Zeug wundern, über den Einfallsreichtum staunen oder sich mit „leuchtenden Kinderaugen“ von den „sinnlosen Weihnachtsgeschenken“ verzaubern lassen. Das Herz läuft über und doch verlassen die Besucher erleichtert das Haus.

Die Ausstellung Sinnlose Weihnachtsgeschenke bezieht sich auf den „Kauf-Nix-Tag“ (eng. „Buy Nothing Day“), eine Idee des kanadischen Künstlers Ted Dave. Sie regt zum Nachdenken über das eigene Konsumverhalten und die weltweiten Auswirkungen an. Sie plädiert für eine Mischung aus Reparieren, Teilen und einfach: weniger Konsum.

Richard v. Gigantikow