Ein Katalog des Lügenmuseums sowie des gesamten künstlerischen Schaffens des Richard v. Gigantikow.

In Text und Bild wird man in phantastische Welten entführt. Stationen dabei sind unter anderem das Kunsthaus Babe, das Lügenmuseum in Kyritz an der Knatter und jetzt im historischen Gasthof Serkowitz in Radebeul. Es werden Ausstellungen und Kunstaktionen in Bali und Bangkok vorgestellt und die hölzernen Labyrinthe, die zum Finale des Radebeuler Herbst- und Weinfestes in Flammen aufgehen.

Der Fotograf André Wirsig hat jahrelang die Entwicklung mit inspirierenden Bildern verfolgt. Sie zeigen die Räume und Installationen einer unerschöpflichen bildkünstlerischen Erfindungskraft des Künstlers Richard von Gigantikow.

Thälmanns Büste in der Straße des Sozialismus. Installation von Reinhard Zabka im Lügenmuseum Radebeul-Serkowitz, fotografiert am 25. März 2013
Foto: André Wirsig • © Lügenmuseum 2016

In dem Katalog können die Leser in das Paralelluniversum des Lügenmuseums einsteigen und nachgelesen.

Ideen und Geschichten werden mit eindrucksvollen Bildern von Festivals und vom Feurigen Finale des radebeuler Weinfestes bereichert.

Mit zahlreichen Fotos von André Wirsig, Jan Oelker, Amac Garbe, Dietmar Gust und Harald Hauswald.

Broschüre, 104 Seiten, durchgehend farbig, ISBN 978-3-940200-87-7
Notschriften-Verlag, 2014

Blick ins Buch

Die Gesamtkosten betrugen 4.500 €.
500 € kamen von Stadt Radebeul.
Der Verein kunst der lüge e.V. konnte das Vorhaben mit 2.000 € unterstützen.
Dank einer erfolgreichen Crowdfunding Kampagne bei Startnext kamen noch die 2.000 € dazu.
Vielen Dank an alle Unterstützer!

Der Katalog wurde gefördert durch:
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Die Sammlung „Reiseskizzen der Expressionisten“ ist  eine wahre Sensation.  Auf einem Flohmarkt in Polen entdeckte man kleine Bilder auf alltäglichen Unterlagen wie Brieftaschen und Portemonnaies.

Später fand man heraus, dass es sich um Reiseskizzen bekannter Expressionisten handelt. Im laufe der Jahre führte man weitere Werke dieser ungewöhnlichen Sammlung zu. Diese Skizzen entstanden auf den Reisen der Künstler und in Ermangelung eines Malgrundes entwarfen die Künstler ihre Ideen einfach auf ihren Brieftaschen oder was ihnen sonst zwischen die Finger kam. Das sensationelle daran ist, dass diese Entwürfe bekannter Maler, deren Werke für Millionen auf internationalen Auktionen versteigert werden nun erstmalig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Darunter befindet sich eine Skize von Franz Mark, auf desen Grundlage „Der Turm der blauen Pferde“ 1913 entstanden ist. Da der Bild seit 1945 bis heute leider verschollen ist, gilt die gefundene Brieftasche als wahre Sensation.

Emma v. Hohenbüssow

Das Land Sachsen ist in dem neuen Museumsführer „Museum Kuriosum“ über ungewöhnliche Museen in Deutschland durch das Lügenmuseum vertreten.

Museum Kuriosum. Ungewöhnliche Museen in Deutschland
ISBN: 9783739241623
156 Seiten, Paperback, € 11,90

Der erste Führer seiner Art beschreibt 35 ganz ungewöhnliche Museen in Deutschland und ist mit zahlreichen farbigen Abbildungen und allen Kontaktdaten sowie den wichtigsten Informationen zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen versehen. Der soeben erschienene Museumsführer „Museum Kuriosum“ ist im Handel und in zahlreichen Onlineshops erhältlich. .
Klappentext: Was wird im Schnarch-Museum gezeigt? Welche Exponate finden sich im Lügenmuseum und sind die Räume des Luft-Museums wirklich leer?

Freiwillig hätte das Lügenmuseum sich nicht unter die Kuriositäten einordnen lassen. Erstens: welcher Künstler oder Museumsleiter möchte sich schon als wunderlich, komisch oder skurril beschreiben lassen. Zweitens: da es sich um eine kostenfreie Werbung handelt, muss man nehmen was man bekommt. Drittens: das Kuriositätenkabinett, Teil der Wunderkammer, versammelte im 52 Mittelalter wunderliche Dinge, Fundstücke aus der Natur die nicht vom Menschen hergestellt worden waren. Also mussten sie von Gott gemacht worden sein.

Alles – außer gewöhnlich! Für Freunde des Besonderen ist dieser Museumsführer ein Muss!

..zum Shop buecher.de..

Foto: André Wirsig

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Was ist ein cooles Museum?
Über 600 Gäste besuchten in den Winterferien 2016 das Lügenmuseum. Eintragungen aus dem Besucherbuch 2016:

Das Lügenmuseum gehört zu den größten Sehenswürdigkeiten dieses Planeten.
Man fühlt sich wie Alice im Wunderland, doch wo ist das weiße Kaninchen?
Unglaublich, die Kreativität des lügens ist nicht zu unterschätzen.
Habe noch nie so ein wunderschönes Museum gesehen – einfach genial!
Es ist zauberhaft. Kein Museum, welches einfach abgehakt werden kann.
Eine Explosion der Kreativität – mein 49. Kindergeburtstag im Lügenparadies.
Totale Reizüberflutung auf kleinstem Raum. Der Ballsaal ist ein Hammer.
Spitzen Projekt, Super Gesamtkunstwerk! Großer Respekt, künstlerische Leistung!
Es ist das beste, interessanteste und merkwürdigste Museum, in dem ich je war.
Tolle Wiederbelebung eines todgeweihten Gebäudes. Wünschen ein langes Leben.
This is the creziest musium i have ever see in my life, and i have see quite a lot.
Das Lügenmuseum hält nicht, was es verspricht – wird sich aber gerecht.
Das habe ich mir überlegt: Applaus, Applaus!

In den Winterferien, 8. – 22. Februar 2016 ist das Lügenmuseum wieder täglich geöffnet. Es zeigt Maschinen zur Belustigung und anarchische Apparate im ironischen Leerlauf.

Winterferien im Lügenmuseum Foto: Richardt v. Gigantikow

Winterferien im Lügenmuseum · Foto: Richardt v. Gigantikow · © Lügenmuseum 2016

Das Lügenmuseum knüpft an der Wiederentdeckung der Wunderkammer, an der Erforschung der Träume, an der Art wie Ausstellungsstücke als Symbole unbewusster Erfahrungen positioniert wurden, als poetischen Welten in denen die Besucher träumend eintauchen können. Die Betrachter werden herein gelockt in anheimelnde Räume voller Sehnsucht und Sammellust, die Begegnungen mit Privatem vortäuschen, dann aber das heimliche in sein Gegenteil, das unheimliche übergehen lassen. Beim Rundgang kann der Wandel der künstlerischen Eroberungen des letzten Jahrhunderts von der Collage, Assemblage, über das Environment zum Künstlermuseum gut nachvollzogen werden, vom Kunstwerk als Sammelobjekt zur Sammlung als Kunstwerk.

Das augenzwinkernde Lügenmuseum ist ein Ausflugstipp für die ganze Familie. Elf Räume bieten witzige, abwechslungsreiche museale und pseudo-museale Ereignisse: „Einmal auf dem Sonnendeck der Titanic liegen und nicht an den Untergang denken“, „Grüße von Überall“ und „aus den Taschen vieler kleiner Jungen.“

Wie Wolken mit der Empfindung der Freiheit, ziehen all‘ die Objekte und Ideen am Betrachter durch die Räumlichkeiten.

Richard v. Gigantikow

Lügenmuseum Broschüre 2016

Es ist so weit. Das Jahr geht zu Ende und damit unsere zwei Kunstprojekte. Finissage: ach – die heimat, Kunst im öffentlichen Raum des Dorfes Serkowitz am 29. 12. 2015 um 17 Uhr.

„Da erinnern installierte Fischernetze aus filigranem Maschendraht in einem Vorgarten an die Flut und gefaltete Objekte an Segel, die der Künstler Jens Gebhardt aufstellte. (…) Auf einer Wiese vor einer Eiche auf dem Dorfanger steht eine steinerne Bank mit der märchenhaften Aufschrift „Es war einmal …“. Sie lädt ein zum Sitzen, Verweilen und Erinnern. „Mit der Bank steht etwas Bleibendes da, auch als eine Hoffnung und Vision, dass die Welt schöner wird“, sagt der junge Künstler Levi Wolffe.
Lilli Vostry, Sächsische Zeitung, 29. 12. 2015

Reusen · Arbeit von Jens Gebhard · ach – die heimat· Foto: André Wirsig · © Lügenmuseum

Bank · Arbeit von Lewi Wollfe · ach – die heimat · Foto: André Wirsig · © Lügenmuseum

Finissage: Labyrinth Deutsche Einheit, Ausstellung im Tanzsaal des Gasthofes.

„Im Obergeschoss geht die geheimnisvolle Kunstwelt weiter: Mit Taschenlampen lässt sich das „Labyrinth  Deutsche Einheit“ erkunden, das dann in der Eltern- und Großelterngeneration für Aha-Effekte sorgt: Neben den künstlerischen Statements von Holger John, Kathrin Süß und vielen anderen geht es um die große Frage: Wie viel Deutsche Einheit ist nach 25 Jahre überhaupt Realität?“
Siiri Klose, Sächsische Zeitung, 23. 12. 2015

Richard v. Gigantikow

Verliebte schweben auf Wolken von Vergnügen durch die Räumlichkeiten des Lügenmuseums.

In den Schulferien von 19. Dezember 2015 bis 3. Januar 2016 gibt es wieder eine Aktion: das Museum ist täglich geöffnet.

Verliebte wollen nicht pädagogisch belehrt und gebildet werden. Sie wollen nicht die Bedeutung der ausgestellten Dinge ergründen und auch keine Erklärungen lesen. Sie wollen sich in Wunderkammern verlieren, sich Träumen hingeben und durch Gegenwelten wandeln.

Verliebte versinken in der Betrachtung und werfen den Ballst der Bedeutung über Bord. Sie betrachten das Museum mit den Augen eines Clowns und folgen inspiriert den Spuren der Alltagsobjekte.

Oberflächlich erscheint das Lügenmuseum witzig, doch tiefgründig wirft es existentielle Fragen auf. Es handelt von Humor, Wahrheiten und Illusionen, die keinen praktischen Nutzen haben.

Richard v. Gigantikow

Süßer die Kassen nie klingeln! – eine Ausstellung „sinnloser Weihnachtsgeschenke“ im Lügenmuseum Radebeul, denn – alles ist ersetzbar, nur überflüssiges nicht.

Überall auf der Welt verweigern sich immer mehr Menschen dem allgegenwärtigen Stress des Konsums. Fast die Hälfte der gekauften Waren wird nie benutzt. Die modernen Gesellschaften leiden inzwischen unter Reizüberflutung und man könnte fast sagen: Konsumverstopfung.

Im Lügenmuseum können sich Konsumkritiker vom Konsumrausch erholen. Sie finden einen Ort für kreative Konsumkritik.

Die Betreiber des Lügenmuseums entdeckten auf dem Boden eines Gutshauses in der brandenburgischen Provinz einen Haufen unausgepackter Schachteln und Päckchen. Es stellte sich heraus, dass Emma von Hohenbüssow, die Gründerin des Lügenmuseums, all ihr Leben lang die Weihnachtsgeschenke direkt auf den Boden gebracht hatte, um sie dort zu vergessen. Sie hatte viele ihrer Weihnachtsgeschenke nicht einmal ausgepackt. So entstand eine beachtliche Sammlung, die nun im Lügenmuseum gezeigt wird.

Beim Anblick der überfüllten Räume ereilt die Besucher ein leichter Schauer und heiteres Erbarmen. Gesammelt, weggeworfen, wieder gefunden, verschenkt und immer wieder repariert – an den Objekten kann man sich satt sehen und das eigene Kaufverhalten humorvoll reflektieren. Die Darstellung ist krass, voll hintergründiger Klippen mit einer unglaublichen Kreativität.

Man kann sich über das sinnlose Zeug wundern, über den Einfallsreichtum staunen oder sich mit „leuchtenden Kinderaugen“ von den „sinnlosen Weihnachtsgeschenken“ verzaubern lassen. Das Herz läuft über und doch verlassen die Besucher erleichtert das Haus.

Die Ausstellung Sinnlose Weihnachtsgeschenke bezieht sich auf den „Kauf-Nix-Tag“ (eng. „Buy Nothing Day“), eine Idee des kanadischen Künstlers Ted Dave. Sie regt zum Nachdenken über das eigene Konsumverhalten und die weltweiten Auswirkungen an. Sie plädiert für eine Mischung aus Reparieren, Teilen und einfach: weniger Konsum.

Richard v. Gigantikow

Esklickt, klackt und klappert, es dreht sich, zappelt und leuchtet…
Die Ausstellung Wunderforschung ist ein skurriles Kunstkabinett voller rätselhafter Gebilde. Mechanische Apparate, multimediale Installationen und magische Alltagsfundstücke ladeb uns ein, mit kindlicher Neugier die wundersamen Urprinzipien unserer Welt zu erforschen. Das Universum wird in den kleinen Dingen betrachtbar.

Die Idee der Kunst- und Wunderkammer als eine Weiterentwicklung des Kuriositätenkabinetts (Panoptikum) erlebte seine Hochphase in der Spätrenaissance und im Barock. Man versuchte die Weltanschauung und den Wissensstand jeweiliger Zeit auf spektakuläre Weise darzustellen. Ausgestellt wurden kostbare Kunstwerke (Artificialia), seltene Naturalien (Naturalia), wissenschaftliche Instrumente (Scientifica), Exponate aus fremden Kulturen (Exotica) und unerklärliche Dinge (Mirabilia). Mit Beginn des 19. Jahrhunderts wurden diese Ausstellungsobjekte in spezialisierte wissenschaftliche Sammlungen gegeben und die Kunst- und Wunderkabinette aufgelöst.
Seit einigen Jahren zeigt sich wieder eine museale Tendenz zur Wunderkammer.

Die Ausstellung Wunderforschung verbindet das große, universale und enzyklopädische Modell mit dem Kleinen, den Alltagsfundstücken, den individuellen Geschichten und den verflochtenen Wegen der künstlerischen Recherche.

Sie wird das wilde Denken der Findenden aufgreifen, banale Stücke in neuen Konstellationen sowie wundersame und erstaunliche Gebilde zeigen, schließlich Objekte und Filme, die Geschichten erzählen.

Vernissage am 4. Dezember um 20 Uhr mit Fassadenprojektion von Philipp Baumgarten und mit Musik von Irina Naudszus (französische Ziehharmonika).

Es stellen aus:
David Campesino
Robert Frenzel
Anna Mateur
Annette Munk
Erwin Stache
Katrin Süss
Jim Whiting
Sebastian Quiroz
Reinhard Zabka
Pomona Zipser

In Kooperation mit dem Lügenmuseum Radebeul
Kurator: Richard v. Gigantikow

HOLE OF FAME
Königsbrücker Str. 39
01099 Dresden

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