Es ist so weit. Das Jahr geht zu Ende und damit unsere zwei Kunstprojekte. Finissage: ach – die heimat, Kunst im öffentlichen Raum des Dorfes Serkowitz am 29. 12. 2015 um 17 Uhr.

„Da erinnern installierte Fischernetze aus filigranem Maschendraht in einem Vorgarten an die Flut und gefaltete Objekte an Segel, die der Künstler Jens Gebhardt aufstellte. (…) Auf einer Wiese vor einer Eiche auf dem Dorfanger steht eine steinerne Bank mit der märchenhaften Aufschrift „Es war einmal …“. Sie lädt ein zum Sitzen, Verweilen und Erinnern. „Mit der Bank steht etwas Bleibendes da, auch als eine Hoffnung und Vision, dass die Welt schöner wird“, sagt der junge Künstler Levi Wolffe.
Lilli Vostry, Sächsische Zeitung, 29. 12. 2015

Reusen · Arbeit von Jens Gebhard · ach – die heimat· Foto: André Wirsig · © Lügenmuseum

Bank · Arbeit von Lewi Wollfe · ach – die heimat · Foto: André Wirsig · © Lügenmuseum

Finissage: Labyrinth Deutsche Einheit, Ausstellung im Tanzsaal des Gasthofes.

„Im Obergeschoss geht die geheimnisvolle Kunstwelt weiter: Mit Taschenlampen lässt sich das „Labyrinth  Deutsche Einheit“ erkunden, das dann in der Eltern- und Großelterngeneration für Aha-Effekte sorgt: Neben den künstlerischen Statements von Holger John, Kathrin Süß und vielen anderen geht es um die große Frage: Wie viel Deutsche Einheit ist nach 25 Jahre überhaupt Realität?“
Siiri Klose, Sächsische Zeitung, 23. 12. 2015

Richard v. Gigantikow

Verliebte schweben auf Wolken von Vergnügen durch die Räumlichkeiten des Lügenmuseums.

In den Schulferien von 19. Dezember 2015 bis 3. Januar 2016 gibt es wieder eine Aktion: das Museum ist täglich geöffnet.

Verliebte wollen nicht pädagogisch belehrt und gebildet werden. Sie wollen nicht die Bedeutung der ausgestellten Dinge ergründen und auch keine Erklärungen lesen. Sie wollen sich in Wunderkammern verlieren, sich Träumen hingeben und durch Gegenwelten wandeln.

Verliebte versinken in der Betrachtung und werfen den Ballst der Bedeutung über Bord. Sie betrachten das Museum mit den Augen eines Clowns und folgen inspiriert den Spuren der Alltagsobjekte.

Oberflächlich erscheint das Lügenmuseum witzig, doch tiefgründig wirft es existentielle Fragen auf. Es handelt von Humor, Wahrheiten und Illusionen, die keinen praktischen Nutzen haben.

Richard v. Gigantikow

Süßer die Kassen nie klingeln! – eine Ausstellung „sinnloser Weihnachtsgeschenke“ im Lügenmuseum Radebeul, denn – alles ist ersetzbar, nur überflüssiges nicht.

Überall auf der Welt verweigern sich immer mehr Menschen dem allgegenwärtigen Stress des Konsums. Fast die Hälfte der gekauften Waren wird nie benutzt. Die modernen Gesellschaften leiden inzwischen unter Reizüberflutung und man könnte fast sagen: Konsumverstopfung.

Im Lügenmuseum können sich Konsumkritiker vom Konsumrausch erholen. Sie finden einen Ort für kreative Konsumkritik.

Die Betreiber des Lügenmuseums entdeckten auf dem Boden eines Gutshauses in der brandenburgischen Provinz einen Haufen unausgepackter Schachteln und Päckchen. Es stellte sich heraus, dass Emma von Hohenbüssow, die Gründerin des Lügenmuseums, all ihr Leben lang die Weihnachtsgeschenke direkt auf den Boden gebracht hatte, um sie dort zu vergessen. Sie hatte viele ihrer Weihnachtsgeschenke nicht einmal ausgepackt. So entstand eine beachtliche Sammlung, die nun im Lügenmuseum gezeigt wird.

Beim Anblick der überfüllten Räume ereilt die Besucher ein leichter Schauer und heiteres Erbarmen. Gesammelt, weggeworfen, wieder gefunden, verschenkt und immer wieder repariert – an den Objekten kann man sich satt sehen und das eigene Kaufverhalten humorvoll reflektieren. Die Darstellung ist krass, voll hintergründiger Klippen mit einer unglaublichen Kreativität.

Man kann sich über das sinnlose Zeug wundern, über den Einfallsreichtum staunen oder sich mit „leuchtenden Kinderaugen“ von den „sinnlosen Weihnachtsgeschenken“ verzaubern lassen. Das Herz läuft über und doch verlassen die Besucher erleichtert das Haus.

Die Ausstellung Sinnlose Weihnachtsgeschenke bezieht sich auf den „Kauf-Nix-Tag“ (eng. „Buy Nothing Day“), eine Idee des kanadischen Künstlers Ted Dave. Sie regt zum Nachdenken über das eigene Konsumverhalten und die weltweiten Auswirkungen an. Sie plädiert für eine Mischung aus Reparieren, Teilen und einfach: weniger Konsum.

Richard v. Gigantikow

Esklickt, klackt und klappert, es dreht sich, zappelt und leuchtet…
Die Ausstellung Wunderforschung ist ein skurriles Kunstkabinett voller rätselhafter Gebilde. Mechanische Apparate, multimediale Installationen und magische Alltagsfundstücke ladeb uns ein, mit kindlicher Neugier die wundersamen Urprinzipien unserer Welt zu erforschen. Das Universum wird in den kleinen Dingen betrachtbar.

Die Idee der Kunst- und Wunderkammer als eine Weiterentwicklung des Kuriositätenkabinetts (Panoptikum) erlebte seine Hochphase in der Spätrenaissance und im Barock. Man versuchte die Weltanschauung und den Wissensstand jeweiliger Zeit auf spektakuläre Weise darzustellen. Ausgestellt wurden kostbare Kunstwerke (Artificialia), seltene Naturalien (Naturalia), wissenschaftliche Instrumente (Scientifica), Exponate aus fremden Kulturen (Exotica) und unerklärliche Dinge (Mirabilia). Mit Beginn des 19. Jahrhunderts wurden diese Ausstellungsobjekte in spezialisierte wissenschaftliche Sammlungen gegeben und die Kunst- und Wunderkabinette aufgelöst.
Seit einigen Jahren zeigt sich wieder eine museale Tendenz zur Wunderkammer.

Die Ausstellung Wunderforschung verbindet das große, universale und enzyklopädische Modell mit dem Kleinen, den Alltagsfundstücken, den individuellen Geschichten und den verflochtenen Wegen der künstlerischen Recherche.

Sie wird das wilde Denken der Findenden aufgreifen, banale Stücke in neuen Konstellationen sowie wundersame und erstaunliche Gebilde zeigen, schließlich Objekte und Filme, die Geschichten erzählen.

Vernissage am 4. Dezember um 20 Uhr mit Fassadenprojektion von Philipp Baumgarten und mit Musik von Irina Naudszus (französische Ziehharmonika).

Es stellen aus:
David Campesino
Robert Frenzel
Anna Mateur
Annette Munk
Erwin Stache
Katrin Süss
Jim Whiting
Sebastian Quiroz
Reinhard Zabka
Pomona Zipser

In Kooperation mit dem Lügenmuseum Radebeul
Kurator: Richard v. Gigantikow

HOLE OF FAME
Königsbrücker Str. 39
01099 Dresden

SKSDresden

In den Herbstferien bis 23. Oktober 2015 ist das Lügenmuseum in Radebeul wieder täglich geöffnet. Es gibt eine Sonderausstellung im historischen Tanzsaal Labyrinth Deutsche Einheit. Bei einem Kunstprojekt im öffentlichen Raum von Serkowitz sind Kunstwerke von 10 Künstlern zu finden.

Heimatsuche · Arbeit von Annette Munk 2015 ·
Foto: Richard v. Gigantikow · © Lügenmuseum 2015

U.a. Annette Munk mit „Heimatsuche“ an der Decke des Saaleingangs vom Gasthof und ein „Flüssiges Einwohnerregister“ von André Wirsig.
Im Meinungsstreit mit Fremdenfeindlichkeit, Hass und Pegida brauchen wir Kraft. Kraft sammeln wir bei empathischen Begegnungen, bei ermutigenden Aktionen und an inspirierenden Orten. Ein solcher Ort voller Träume, Visionen und Humor ist das Lügenmuseum.

„This is the craziest museum I have ever seen in my life, and I have seen quite a lot.“ Ekaterine aus Lissabom, Besucherbuch 2015

Die optischen Überwältigung und irritierenden Raumwirkungen erregen das Gemüt. Es muss schon fabelhaft, außergewöhnlich und erbaulich sein, um in einer traurigen, ungeklärten Situation zu überleben.

Richard v. Gigantikow

Nach der Untergrundausstellung „unverbesserlich ’89“ in 2014 im historischen Tanzsaal vom Gasthof Serkowitz nun der 2. Teil: Labyrinth Deutsche Einheit.

Mit Taschenlampe zu erleben: Das Labyrinth Deutsche Einheit im Lügenmuseum · Foto: André Wirsig · © Lügenmuseum 2015

Der künstlerische Anspruch für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in der Stadt Leipzig endete in einer Kollision der politisch – instrumentellen Interessen. Am 16. Mai 2014 stoppte Oberbürgermeister Burkhard Jung den Wettbewerb.

Der Konflikt mit vielfältigen Instrumentalisierungsansprüchen, diffusen Volksmeinungen, politischen Antipathien und geschmacklichen Urteilen schädigte die Idee erheblich. Für das geplante „Freiheits- und Einheitsdenkmal“ in Berlin gab am 13. April 2011 Kulturstaatsminister Bernd Neumann den endgültigen Sieger bekannt: den Gemeinschaftsentwurf von Johannes Milla und Partner (Stuttgart) und Shasha Waltz (Berlin). Für das Denkmal, das auf dem Berliner Schlossplatz errichten werden soll, fehlten repräsentative Aussagen von Bürgerrechtlern und Demonstranten des Herbstes 1989. Es sparte die Probleme, das Knirschen und ja, auch die gefühlte Marginalisierung vieler Ostdeutscher aus. Der Entwurf wurde mit viel Gemauschel und ganz ohne Bürgerbeteiligung zum Sieger gekürt und erntete Hohn und Häme. Die Leute fühlten sich verschaukelt.

Joseph Beuys wollte den überkommenen Denkmalbegriff sprengen und dessen Starre überwinden. Von ihm stammt der Begriff der „sozialen Plastik“. Es bedarf keiner – und schon gar keiner millionenteueren – Installation, meinte Beuys, um denken anzuregen und dadurch soziale Plastiken hervorzubringen.

In dieser Vorstellung von Beuys ist auch das hier beantragte Projekt einzugliedern. Das Labyrinth der Einheit involviert sowohl Künstler verschiedener Herkunft, mit unterschiedlichem Hintergrund und aus unterschiedlichen Sparten als auch interessierte Bürger und die Besucher.

Die Einheit ist nicht abgeschlossen und die Teilung nicht überwunden, denn die Vorurteile auf beiden Seiten der Elbe wollen nicht verschwinden.

Das unabhängige Wirken ausgegrenzter Künstler im Osten bereitete mit dem Weg zur friedlichen Revolution und zum Mauerfall und schließlich zur Deutschen Einheit. Heute möchte diese Ausstellung Toleranz vermitteln, sie wird helfen, Frustration und Ablehnung in Kreativität umzuformen. Das Labyrinth der Deutschen Einheit wird zum einem zeitgenössischen Wandelgang, einem Kreuzgang durch die Geschichte der Wiedervereinigung.

Das Labyrinth zeigt das Prozesshafte der Einheit, den Blick aus verschiedenen Perspektiven. Erinnerungsrituale, Instrumentalisierung und Deutungshoheit der Geschichte werden in eine zeitgenössische Form übersetzt hin zu einem differenzierten Erinnern. Mit vermittelnden Argumentationen verweist das Kunstprojekt auf das Grundprinzip einer demokratischen Kunstauffassung.

Richard v. Gigantikow

Beteiligte Künstler: Anthony Beilby (AUS), David Campesino (E), Sophie Cau (F), Richard von Gigantikow, Roland Gorlsleben, Martin Hoffmann, Holger John, Klaus Liebscher, Manuel Lütgenhorst, Reiner Müller, Olaf und Simone Spillner, Katrin Süss, Pomona Zipser

Ausstellungsort:  Lügenmuseum, Gasthof Serkowitz
Ausstellungsdauer:  12. 09. – 29. 12. 2015

Gefördert und Unterstützt durch:

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Eröffnung des ach Pop-Up Sommer-Café am Samstag, den 1. August 2015, 17 – 21 Uhr im Lügenmuseum Radebeul mit Musik und Performance, Buffet und Getränken.

Screenshot (64)Im Sommer eröffnet im Lügenmuseum in Radebeul-Serkowitz das ach Pop-Up Sommer-Café.

Zwischen 1. August und 30. September verwandelt Leonora Lorena, Kultur und Umweltaktivistin aus Portugal der Garten des Museums in einen Ort zum Essen, Trinken und Verweilen. Neben Café, internationalen Getränken und kleinen Speisen aus aller Herren Länder gibt es Veranstaltungen wie einen italienischen Apperitivo, einen Kanon-Sing-Tag, ein Fest zum internationalen Linkshändlertag und vieles mehr.

So wird das Café zu einem Ort, an dem Kunst erfahren werden und entstehen kann, einem Veranstaltungsort mit Lesungen, Konzerten, Sommerkino, und alles im temporären Pop-up-Rahmen.

Das Café ist im August täglich ab 13 Uhr und im September an den Wochenenden und auf Anlass geöffnet. Das ständig aktualisierte Programm mit vielen Sonderaktionen finden Sie sowohl hier als auch auf  Facebook.

Alle Speisen und Getränke werden gegen Spende ausgegeben.

Das ach Pop-Up Sommer-Café ist ein Projekt im Rahmen von ach – die heimat, einem soziokulturellen Kunstprojekt im öffentlichen Raum des Dorfes Serkowitz, heute ein Ortsteil von Radebeul. Anlass von ach – die heimat ist das Jubiläum 700 Jahre Serkowitz sowie der 25. Geburtstag des Lügenmuseums.

Leonora Lorena und Richard von Gigantikow

Der Lößnitzbach ist ausgetrocknet. Bei Aufräumungsarbeiten im trockenen Bach hinter dem historischen Gasthof Serkowitz wurde eine Scheibe mit einem Durchmesser von ca. 30 cm gefunden. Noch kann man auf dem Fundstück nicht viel erkennen, aber der sensationelle Fund wurde sogleich als Himmelsscheibe von Serkowitz getauft.

Serkowitz feiert dieses Jahr sein 700 jähriges Jubiläum und geht vermutlich auf einen alten keltischen Kultplatz zurück. In der Gemarkung Serkowitz wurden bereits slawische Scherben und ein 4.000 Jahre altes Tongefäß gefunden. Derzeit wird das originale Fundstück im Lügenmuseum präsentiert und es ist empfehlenswert, diese Gelegenheit zu nutzen, bevor das Fundstück für Jahre zu archäologischen Untersuchungen und Restaurierungen in den Labors verschwindet. Erst dann kann der unschätzbare Wert benannt werden.

Das Lügenmuseum handelt von Wahrheiten und Illusionen, die keinen praktischen Nutzen haben und deswegen besonders wichtig sind. Ansonsten ist das Lügenmuseum zwischen Karl May Museum, Albertinum und Grünem Gewölbe das ideale Ausflugsziel für die ganze Familie. Die Gäste werden mit einem Lügentee begrüßt.

Richard v. Gigantikow

Edinburgh. Dass die Existenz eines Lügenmuseums in Ostdeutschland ein „Knaller“ ist, konnte der „Ambassador of the Museum of Lies“ (Botschafter des Lügenmuseums) auf dem weltweit größten „Storytelling Festival“ in der schottischen Hauptstadt Edinburgh feststellen.

Bei gleich zwei Auftritten berichtete Horst Dietrich über das „Wunderkammer“-Museum im ostdeutschen Radebeul u.a. mit dem abgeschnittenen Ohr von Vincent van Gogh, dem Loch aus der Zauberflöte von Mozart und dem Sonnendeck der Titanic. Horst Dietrich, ein Nachfahre des Münchhausen-Clans, erzählte die Story vom Baron von Münchhausen, wie der sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen konnte – wie eine Parabel auf die Situation des Lügenmuseum. Es folgte eine Einladung nach Radebeul. Der Auftritt wurde mit viel Beifall bedacht, Teilnehmer notierten sich die Museumsadresse. Das Deutsche Historische Lügenmuseum feiert gerade sein 25jähriges Bestehen, zudem ist im kommenden Jahr ein internationales Wunderkammer-Festival in Dresden geplant.

Edinburgh. The existence of the “Museum of Lies” in eastern Germany is a “resounding success”, a fact the Ambassador of the Museum of Lies confirmed at the world’s biggest „Storytelling Festival“ in the Scottish capital of Edinburgh. In his two performances, Horst Dietrich reported on this museum of curiosities in Radebeul, in the eastern German region of Saxony, with its severed ear of Vincent van Gogh, the hole from the Magic Flute of Mozart and the sun deck of the Titanic. Horst Dietrich, a descendant of the Munchausen clan, retold the story of Baron von Munchausen, one who could pull himself up from the morass by his own pigtail as a parable of the situation of the „Museum of Lies“. He followed this with an invitation to Radebeul. His performance met with huge applause, many in the audience scribbling down the address of the museum. The German Historical Museum of Lies celebrates its 25th anniversary, and plans for an international „Wunderkammer-Festival“ in the coming year are made.

Das Lügenmuseum in Radebeul ist das verrückteste Museum des Universums, betonte der Ambassador (Botschafter). Es liegt am Rand von Dresden, wo es in jüngster Zeit islamfeindliche Kundgebungen der so genannten „Pegida“-Bewegung gibt. Aus den Relikten der DDR schuf Museumsdirektor Reinhard Zabka ein Parallel – Universum mit dem Selbstverständnis der Internationalität.„Einmal auf dem Sonnendeck der Titanic liegen und nicht an den Untergang denken“, das ist das Motto des Lügenmuseums. Die Räume haben ausgefallene Titel wie „Grüße von Überall“ mit Reiseschreinen aus aller Welt, „Aus den Taschen vieler kleiner Jungs“ sind klimpernde psychedelische Objekte, und mit einer klapprigen Leiter geht es zum „Aufschwung Ost“ . All die Ideen und Objekte ziehen wie Wolken mit der Empfindung der Freiheit durch die Räumlichkeiten.

The Museum of Lies in Radebeul is the craziest Museum in the universe, said the Ambassador. It is in an outlying area of Dresden, a city marked by the recent Islamophobic demonstrations by the so-called „Pegida“ movement. Museum director Reinhard Zabka created a parallel universe with an international reach from the relics of the former communist GDR. Its motto is, „Recline on the deck of the Titanic without thinking about it sinking.” The rooms have extravagant names such as „Greetings from Everywhere“ with shrines to travel from the whole world over, “From the pockets of many small boys“ with clattering psychedelic properties, and a rickety ladder leading to the „upswing East“. The ideas and objects pass through the buildings like clouds with a taste for freedom.

„Es bedarf einer ganz besonderen Sensibilität, uns unseren Alltag, unsere Gesellschaft – und auch die Institution Museum – völlig anders und neu sehen zu lassen.“ schrieb die ehemalige Kulturministerin Johanna Wanka, heute Bundesministerin für Bildung und Forschung. „Das Lügenmuseum beweist diese Sensibilität auf einzigartige provokant-spielerische und humorvolle Art. Daher hat es Reinhard Zabka auch in all den Jahren geschafft, dass der Strom der neugierigen Besucher nicht abreißt.“

„It takes a very special appreciation to conceive of our lives, our society – and also the institution of the museum – being seen in a completely different and new way,” the former Minister of Culture Johanna Wanka, today Federal Minister for Education and Research, has written. „The Museum of Lies has demonstrated such appreciation in a uniquely provocative and playful, humorous way. it is one of the achievements of Reinhardt Zabka that there has been no end to the stream of curious visitors.“

Schon vor dem Fall der Mauer eröffnete der Künstler Reinhard Zabka im Geist des wilden Widerstands ein Sommeratelier in der ostdeutschen Provinz. Als Künstler wollte er ein anderes Museum konstruieren: Maschinen zur Belustigung, beschattet von Wolken des Vergnügens. Zwischen Sein und Schein sucht er Dinge, die es gar nicht gibt. Inzwischen ist aus diesem Spleen ein ständig wachsendes Gesamtkunstwerk geworden. Mit viel Eigeninitiative ist das Lügenmuseum im historischen Gasthof Serkowitz zu einem überregionalen Ausflugsziel, einer touristische Attraktion für die Stadt Radebeul, geworden – ein Freiflugschein der Fantasie für die ganze Familie.

Even before the fall of the Berlin wall, artist Reinhard Zabka opened a summer studio in the provincial east in the spirit of free resistance. As an artist, he wanted to construct a different kind of museum: machines for amusement, shaded by clouds of pleasure. Between reality and illusion he has tried to seek things that do not exist. Meanwhile from such pique is an ever-growing oeuvre. The Museum of Lies in the historic inn in Serkowitz has become a national tourist destination, a tourist attraction for the city of Radebeul, – a free pass of fantasy for the whole family.

Und der Botschafter des Lügenmuseums, Horst Dietrich, konnte in Edinburgh die frohe Botschaft verkünden: „Nach dem Fall der Mauer und der gewonnenen Redefreiheit erzählt das Lügenmuseum nur noch die Wahrheit.“

The Ambassador promised: „After the fall of Berlin wall and the freedom of speech the Museum of Lies is only telling the truth.“