Vernissage am 25.11.2017 um 20:00 Uhr

-Martin Möhwald (DE), Keramik
-Richard von Gigantikow (DE), Objekte
-Artur Kłosiński (PL), Fotografie
-Inka Perl (DE), Objekte
-Ellen Steger (DE), Malerei, Graphik
-Hendrik Voerkel (DE), Malerei
-Jim Whiting (EN), Objekte
-Taras Skrentowytsch (UA), Malerei
-Bartłomiej Kiszka (PL), Fotografie, Skulpturen

Die Künstler sind anwesend.
Wie immer wird die KELLERAUSSTELLUNG durch andere Formate ergänzt. Es findet eine Lesung statt und es wird Live-Musik (u.a. Saxophon und Klarinette) geben.
Über weitere Punkte des Abends halten wir Euch auf dem Laufenden:
https://www.facebook.com/events/293786144473177/?active_tab=about

Thema
Interieur Underground ist der Titel einer neuen Rauminszenierung im Lügenmuseum Radebeul. Sie zeigt Kunstwerke randständiger Künstlern und der Subkultur der DDR. Dieser Raum und die dazugehörige Publikation vermittelt Einsichten in die ästhetischen Ausdrucksformen subkultureller Künstler bis hin zu den bilderstürmerischen Installationen der friedlichen Revolution in Ostdeutschland von den 1968-Jahren bis 1990. Der Underground (englisch, wörtlich: Untergrund) in der Kunst, in Ost wie in West, ist eine Szene, die als Gegenkultur nicht auf die Masse ausgerichtet ist, eigene Codes und eigene Sprachen entwickelt und unabhängig produziert. Ihre gesellschaftliche Taktlosigkeit ist ein in der Kunst äußerst schöpferischer Faktor.

Räumlicher Rahmen
Der Eintritt erfolgt im vierten Ausstellungsraum des Lügenmuseums durch einen Schrank und eine schmale Pforte in ein verstecktes Hinterzimmer. Dies gibt dem Raum eine konspirative Atmosphäre. Durch die Fenster schaut man auf einen Holunder vor einer fensterlosen Wand. Unten plätschert der Lößnitzbach. Die Atmosphäre eines Hinterhofatelier im Prenzlauer Berg oder Dresden Neustadt.

Situation vor 89
Die Kulturpolitik der DDR stand unter dem Diktat der SED, welche die freie Entwicklung der Kunst verhinderte. Die Bilder des sozialistischen Realismus täuschten über gesellschaftliche Missstände hinweg, wirkten dennoch ideologiebildend. Mit ihren falschen Versprechen wurden sie als ungeheurer Betrug empfunden.
Viele der widerständigen Künstler wurden geprägt von der Beat Generation. Die Musik aus dem Radio verbreitete ein befreiendes Lebensgefühl, welches dazu ermutigte, gegen Obrigkeiten aufzubegehren und auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam zu machen. Die von der Beat Generation beeinflusste Hippie-Bewegung, mit der für sie charakteristischen psychedelischen Kultur, begann ein politisches und gesellschaftskritisches Bewusstsein zu entwickeln….
Die Künstler der Gegenbewegung rebellierten gegen den Systemdruck und lernten, ihr Verwundungen zu offenbaren, mit der Angst umzugehen und dem Ghetto den Rücken zu kehrten. Ausgegrenzt nutzen sie ihre privaten Ateliers, experimentierten, warfen einen Blick über die Mauer, verbanden neue Ideen mit alten Kulturtechniken und schufen Biotope, die als Lebensgefühl und als Kunst die Welt heute noch bereichern.

Interieur Underground
Der Raum erzählt die Geschichte ausgegrenzter Künstler, in einem politisch obsoleten System, wo die Bürger mit Macht umgeformt werden sollten. Die Besucher können die Um- und Aufbrüche in autobiografischen Objekten erleben und wie es gelang zwischen Wut, Spaß und Träumen nicht gebrochen zu werden. Die Besucher erfahren etwas über die Art, wie sie mit Herausforderungen umgingen, und wie sie ihren Weg bis heute fanden. In dem Raum wird Zeitgeschichte lebendig und berührend, wie sie sonst kaum greifbar wird.

Das Lügenmuseum
„Ich habe mir alles selbst erfunden, eine Kindheit, eine Persönlichkeit, Sehnsüchte, Träume, Erinnerungen, um sie erzählen zu können, die Lüge ist immer interessanter als die Wahrheit.“ Federico Fellini an der Eingangstür des Lügenmuseums. Es zieht viele Besucher an, die noch nie in einem Museum waren. Der poetische Lügner verweist mit dem „Wahren Deutsch Historischen Lügenmuseum“ auf das Wahre, dies gehört zu seiner Raffinesse. Die Inszenierungen zeigen ehemals zensierte Objekte und Installationen. Die Poesie des Untergrunds, die unkonventionellen Ideen der Demokratiebewegung, der Boheme und Subkultur in Ostdeutschland demonstrierten die Macht der Phantasie im Angesicht der Zensur.

Beitragsfoto: Arbeiten von Annemirl Bauer am 2014 im Lügenmuseum im ehemaligen Gasthof Serkowitz Radebeul. Foto: André Wirsig

Orange Alternative (Pomarańczowa Alternatywa)
Die Geburtsstunde der Orangen Alternative war während der studentischen Bewegungen Anfang der achtziger Jahre in Breslau. Als Gründer gilt Waldemar „Major“ Fydrych, der Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Breslau studierte.
Die Orange Alternative erreichte durch ihre Veranstaltungen, Aktionen und Happenings Bekanntheitsgrad. Während der zweiten Hälfte der achtziger Jahre erlangten Zwergengraffiti Ruhm und Berühmtheit und wurden zum Sinnbild der Bewegung. Die Graffiti wurden über Farbflecken gemalt, die das Regime über Freiheits- und Antiregierungsparolen der Solidarność-Bewegung pinselte.
Gemalt an die Wände einiger Dutzend Städte in Polen, überstieg die Anzahl der Zwerge die Tausend. Gelegentlich wird in diesem Zusammenhang von der größten Malereiausstellung in Polen gesprochen, berücksichtigt man die Tatsache, dass sie von einigen Millionen Menschen gesehen wurde.
Die Aktivitäten der Orangen Alternative vereinten in sich stets ein gesellschaftlich-politisches Maß mit künstlerischen Aspekten. Letztlich war und ist es ihr Ziel, durch ästhetische Veranstaltungen im individuellen Stil Freiheiten zu erlangen und gleichzeitig die gesellschaftliche, kulturelle und politische Normalität umzukrempeln.

Der Weiße Tempel in Chiang Rai wurde vom thailändischen Künstler Chalermchai Kositpipat geschaffen. Mit dem Bau des Tempels hat er sich selbst ein Denkmal gesetzt und seiner Heimatstadt ein großartiges Geschenk gemacht.

Die Arbeit am Tempel wurde 1997 begonnen. Obwohl der Wat Rong Khun bereits großartig aussieht, ist er noch lange nicht fertig. Gerade mal etwa 20 Prozent der geplanten Anlage sind bislang gebaut. Seine komplette Pracht soll der Weiße Tempel wohl erst 2070 erreichen.


Fotos: Reinhard Zabka

Chalermchai Kositpipat 2008
Foto: Reinhard Zabka

 

Chalermchai Kositpipat ist ein thailändischer bildender Künstler, in erster Linie ein Maler. Er ist bekannt für seine Verwendung von buddhistischen Bildern in seiner Kunst. Chalermchai Werke wurden weltweit ausgestellt.

Black House (Baan Dam), Chiang Rai, Thailand
Geheimnisvoll geht es hier zu, wenn man zwischen den rund 40 Monumenten umher bummelt, die allesamt in tiefschwarzem Holz errichtet wurden. Im Garten steht ein pechschwarzes Gebilde im U-Boot-Stil, und überall finden sich tierische Artefakte, Bärenfelle, Häute aller Art, Totenköpfe von Büffeln und ausgestopfte Reptilien. Auch ein riesiges Elefantenskelett ist ausgestellt sowie Möbel, die aus Tierknochen gemacht wurden.

Fotos: Reinhard Zabka

Thawan Duchanee Foto: Reinhard Zabka

Thawan Duchanee war als Surrealist berühmt – auch in Europa. Sein Markenzeichen war der lange, weiße Bart. Thawan Duchanee modernisierte mit seinen Motiven die traditionelle thailändische Kunst und wurde – trotz einiger Kontroversen – im Jahr 2001 in Thailand zum „Künstler des Jahres“ gekürt. Seit seinem Tod im 2014 pilgern hauptsächlich Einheimische an diesen „heiligen Ort“, um dem Künstler die letzte Ehre zu erweisen.

Empty Space Chiangmai (ESC) wurde am Rande von Reisfeldern gebaut, mit Blick auf die Berge von Myanmar. Es ist ein Komplex von 5 traditionellen Thai thailändischen Bauernhäusern in Nord-Thailand in der Nähe von Chiangmai.

ESC ist:
Künstler Residenzen
Theater- und Puppenspielstudio
Keramikstudio
Galerie
Landwirtschaft
Café
Alternative Ausbildung

Fotos: Reinhard Zabka

Manuel Lütgenhorst, 2008
Foto: Reinhard Zabka

Manuel Lütgenhorst wurde 1948 in München geboren. Im Jahr 1968 begann er eine preisgekrönte Karriere als Bühnenbild-, Kostüm- und Lichtgestalter, die er in New York im Jahr 1978 fortsetzte. 1984 begann er, asiatisches Theater und die interkulturelle Welt zu erkunden. In Bali gründete er 1989 die Art House Bona mit der Unterstützung internationaler Künstlerfreunde. Dieses Haus ist heute eine balinesische Tanzschule für die Dorfbewohner. Von dort aus kreierte er BBB, eine Reihe von internationalen Performance-Festivals in Bali, Bangkok, Chiang Mai, Berlin. ESC, im Jahr 1998 als Fortsetzung der Idee des Art House Bona gebaut, hat sich zu einem internationalen Zentrum für kulturelle Bildung entwickelt.

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Angkrit Gallery ist ein Restaurant in Nanglae, Chiang Rai, Thailand, in dem Freunde, junge Künstler, aufstrebende Künstler und Nicht-Künstler eingeladen sind, ihre Werke zu präsentieren.

Fotos: Reinhard Zabka

Angkrit Ajchariyasophon
Foto: Reinhard Zabka

Angkrit Ajchariyasophon hat sein Diplom in Medienkunst und Design an der Chiang Mai Universität erworben. Er nutzt Fotografie, Installation und Performance, um Treffen der östlichen und westlichen Kulturen zu erforschen. Viele seine Arbeiten zeigen eine satirische Assimilation mit dem Westen, wie The Perfect English Gentleman (2006), die die persönliche Transformation des Künstlers in eine westliche Idendität zeigen. Angkrit Ajchariyasophon lebt derzeit in Chiang Rai.
 

Beitragsfoto: Reinhard Zabka

Die Kulturinsel Einsidel Die Kulturinsel Einsidel ist ein Abenteuerfreizeitpark in der Gemeinde Neißeaue im Landkreis Görlitz in Sachsen. Der Park weist eine Größe von 7 Hektar auf.

Die Kulturinsel Einsiedel erhielt 2008 den Tourismuspreis und wurde im April 2009 als „ausgewählter Ort im Land der Ideen“ ausgezeichnet. Seit 2009 besuchen jedes Jahr mehr als 100.000 Menschen den Freizeitpark. Höhepunkt ist das jährlich am ersten Septemberwochenende stattfindende Festival der Kulturen „Folklorum“, das zweitgrößte Folkfestival Deutschlands.

Fotos: Dorota Zabka, Reinhard Zabka

Jürgen Bergmann, 2017
Foto: Reinhard Zabka

Die Firma Künstlerische Holzgestaltung Jürgen Bergmann gibt es seit 1990. Auf einem Waldbauernhof an der deutsch-polnischen Grenze fing alles an. Mit einem Mitarbeiter begann Jürgen Bergmann damals, hölzerne Objekte zum Be-Sitzen, Be-Spielen und Be-Greifen zu bauen. Eigenwilligkeit, Unikatgedanke und harte Arbeit kennzeichnen bis heute die Objekte, die sie erschaffen. Aus seinen ersten kulturellen Aktivitäten ist ein grüngeringelter Freizeitpark geworden – die Kulturinsel Einsiedel.

Bimbo Town war seit 2003 in der Leipziger Spinnerei ein wichtiges Projekt des englischen Aktionskünstlers Jim Whiting. Mit seinem Konzept „Unnatural Bodies“ erlangte er internationale Bedeutung. Seine lebenden Skulpturen, die durch Pressluft oder elektrische Antriebe ständig in Bewegung sind bildeten den Kern der Event-Location.

Ergänzt wurde das Ganze durch eine Vielzahl von Party-Gags, die das gesamte Publikum erfassten. Hüpfende Sessel und Stühle, das fressende Sofa, die berühmte Bettfahrt, schwebende Mäntel sind nur eine kleine Auswahl. Alles lebte von und mit dem Publikum. Ein Highlight dieser Interaktion war das Schaumbad, wo sich erhitzte Gäste erfrischen konnten.

Die richtige Würze erhielt Bimbo Town durch die regelmäßig auftretenden Aktionskünstler und Bands. Keine Party ohne Performance. Aus ganz Europa und natürlich auch aus der Region kamen die Künstler, die mit Akrobatik, Theaterspiel und skurrilen Clownereien das Publikum in Stimmung brachten. Bei den diversen Szenebands ging die Post dann richtig ab.

Bimbo Town Finissage gab es am 5. und 7. Mai 2017.

Foto: Reinhard Zabka

Jim Whiting
1951 in Paris geboren
ab 1959 London/England
seit 1979 freischaffender Künstler